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Wieder kein Weihnachtsmarkt in Fechenheim

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Von: Fabian Böker

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Ein drittes Mal muss Fechenheim auf seinen Weihnachtsmarkt im alten Ortskern verzichten.
Ein drittes Mal muss Fechenheim auf seinen Weihnachtsmarkt im alten Ortskern verzichten. © Martin Weis

Gewerbeverein und Vereinsring müssen erneut absagen. Die Gründe: steigende Kosten sowie fehlende ehrenamtliche Helfer und Helferinnen.

Der Weihnachtsmarkt in Fechenheim, der am zweiten Adventswochenende vom 2. bis 4. Dezember geplant war, muss wie die beiden Jahre zuvor auch diesmal ausfallen. Schuld sind jedoch nicht die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, sondern vor allem zwei Gründe: gestiegene Kosten und fehlendes ehrenamtliches Engagement.

Ende vergangenen Jahres war Sabine Lauer vom Gewerbeverein Fechenheim noch voller Zuversicht: „Im nächsten Jahr soll der Markt auf jeden Fall stattfinden.“ Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. „Für uns war es keine leichte Entscheidung“, teilt Jürgen Richter vom Gewerbeverein mit. Aber zusätzliche finanzielle Belastungen führten zu nicht kalkulierbaren, erhöhten Kosten. Demnach verfügten die Veranstalter und Organisatoren über keine solide Planungssicherheit.

Vor allem die Grundkosten seien gestiegen, führt Christoph Scheich, Vorsitzender des Arbeitskreises Fechenheimer Vereine, aus, der den Markt zusammen mit dem Gewerbeverein organisiert. Damit meine er nicht nur Strom und Wasser. „Auch Dinge wie Absperrungen kosten mittlerweile mehr.“

Das Prinzip des Weihnachtsmarktes sieht vor, dass Gewerbeverein und Arbeitskreis zunächst alles zahlen: Strom, Wasser, Logistik, Aufbau. Bisher fielen dafür laut Scheich Ausgaben in Höhe von rund 40 000 Euro an. Einen Teil der Kosten habe man dann durch Förderungen wieder reingeholt, einen anderen durch Spenden. Rund 15 Prozent würden durch die Standgebühren gedeckt. „Doch diese Kosten sind dieses Jahr so hoch, dass wir sie nicht guten Gewissens an die Vereine weitergeben konnten“, sagt Scheich. Und auch Spenden – vor allem von Privatleuten – dürften diesmal geringer ausfallen, „die Menschen müssen ja ihrerseits auch sparen“.

Aber es lag nicht nur am Geld, das es zur Absage kam. Es fehlten in diesem Jahr auch ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die den Markt im Vorfeld organisieren. Rund zehn Leute gehörten bisher zum Organisationsteam. Sie arbeiten ein bis zwei Tage durch, bauten alle Stände im alten Ortskern am Burglehen auf, richteten den Markt umgeben von Fachwerkhäusern her, kümmerten sich einfach um alles, führt Sebastian Schugar, Vorstandssprecher des Gewerbevereins, aus. In diesem Jahr verließen aber zwei wichtige Personen das Orga-Team. Ein Verlust, der nicht kompensiert werden konnte. Auch nicht durch die Vereine, die ihre Stände auf dem Markt betreiben. Bis zu 20 seien es bisher stets gewesen, dazu gehörten auch Kunsthandwerker:innen.

Für Christoph Scheich ist das eine Entwicklung, die nicht nur mit Corona zu erklären ist. „Dadurch wurde es nur noch verstärkt“, sagt er. Aber der Wille, sich ehrenamtlich zu engagieren, sei schon länger weniger bei den Menschen vorhanden. Und so fehlen aktuell Personen, die sich etwa um den Aufbau der Buden kümmern, um das Einholen von Genehmigungen und Fördergeldern, um den Transport von Zubehör oder um Ordnungsdienste.

Corona habe da indirekt auch noch eine Rolle gespielt, wie Sebastian Schugar ergänzt. „Es kam einfach viel zusammen“, sagt er. Normalerweise fange man im Februar mit den Planungen an. Da galten aber noch massive Einschränkungen wegen der Pandemie, lange war unklar, ob der Markt überhaupt stattfinden könne. „Das heißt, es fehlten nicht nur Leute, um beispielsweise Fördergelder zu beantragen, sondern auch die Zeit für die Planung wurde dann zu knapp, als klar war, der Markt kann stattfinden.“

Ganz ohne weihnachtliche Veranstaltungen soll die Adventszeit in Fechenheim aber nicht vorübergehen. So wird der Stadtteilkern festlich beleuchtet. Zudem wollen fünf Vereine in Eigeninitiative einen „Sternschnuppenmarkt“ am 2. und 3. Dezember im Hof der Alten Freiliggrathschule, Am Mainbörnchen 6, ausrichten. Der Verein PolymerFM lädt als Teil des lebendigen Adventskalenders zur Aktion „Hol dir dein Geschenk“ für Freitag, 9. Dezember, von 14 bis 18 Uhr, ins „Frankfurt Eastside“-Atelier, Alt Fechenheim 132, ein.

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