1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Fechenheim

Trauer um Schimmelstute Jenny

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sabine Schramek

Kommentare

Gerne spazierte Jenny durch den Fechenheimer Mainbogen. hoyer
Gerne spazierte Jenny durch den Fechenheimer Mainbogen. hoyer © Renate Hoyer

Weltweit bekanntes Pferd musste eingeschläfert werden. Das Tier, dass alleine durch den Stadtteil und den Fechenheimer Mainbogen spazierte, schaffte es sogar in einige Reiseführer.

Am 20. April wäre Jenny 27 Jahre alt geworden. Das weltweit bekannte Maskottchen von Fechenheim wird seinen Geburtstag nicht mehr erleben. Die Schimmelstute wird auch nicht mehr durch den Ortskern spazieren, nicht entlang des Mains Gras naschen und nicht mehr auf den Feldern Radfahrer:innen und Spaziergänger:innen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Im Dezember wurde bei der Stute Krebs diagnostiziert. Ein Schimmel-Melanom, das viele weiße Pferde befällt. Die ganze Hoffnung von Anne und Werner Weischedel für ihr „Ein und Alles“ lag auf der Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Alle zwei Wochen wurde Jenny mit einem eigens angeschafften Transporter in die mehr als 300 Kilometer entfernte Klinik gefahren und behandelt. Und es sah gut aus. Der Krebs schien gestoppt.

Jetzt erschüttert die Nachricht von ihrem Tod viele. „Wir haben uns gewundert. Irgendetwas war anders“, sagt eine Fechenheimerin. „Der Werner Weischedel ist total bedrückt und weint.“ Jenny musste am Morgen eingeschläfert werden. „Das Karzinom ist aufgebrochen“, bestätigt Weischedel die traurige Nachricht. „Es ging nicht mehr. Wir konnten ihr nicht mehr helfen.“ Der 81-Jährige weiß, dass Jenny ein schönes Pferdeleben hatte. „Wir haben uns so sehr gewünscht, dass sie das älteste Pferd der Welt wird“, so ihr Besitzer mit gebrochenem Herzen.

Weischedel kann es noch nicht fassen. Früher hatte Jenny noch Weggefährten. Die Schimmelstute Charlie, die vor sechs Jahren ebenfalls am Schimmel-Karzinom gestorben ist. Und die weiße Schäferhündin Eva, die vor vier Jahren gestorben ist. Die ebenfalls weiße Schäferhündin Evita mussten Weischedels vor zwei Jahren im Alter von 14 Jahren einschläfern lassen. Als alle noch lebten, waren sie wie eine weiße Karawane in Fechenheim unterwegs.

Seit 17 Jahren war Jenny in ganz Fechenheim unterwegs – nur mit einem roten Halfter. Neugierig, freundlich und liebenswert. Jeder mochte die Stute mit den weichen Nüstern, die sich von Kindern hatte tätscheln lassen und die vielen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatte.

Jetzt hinterlässt Jenny Unmengen an Erinnerungen. Wer nach dem Pferd im Internet sucht, finden allein auf Deutsch und Englisch mehr als 114 Millionen Einträge über sie. Jenny hat Herzen in der ganzen Welt mit ihren Spaziergängen erreicht. Ob in Neuseeland, Japan, Israel oder in den USA, in China und Europa. Sogar in einigen Reiseführern wird sie als ungewöhnliche Attraktion geführt. (Sabine Schramek)

Auch interessant

Kommentare