1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Fechenheim

Solidarität mit Allessa

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Der Industriepark Fechenheim.
Der Industriepark Fechenheim. © Michael Schick

Der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Seckbach, Riederwald) zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigen des Industrieparks Fechenheim. In einem interfraktionellen Antrag fordert das Gremium den Erhalt des Standortes an der Hanauer Landstraße. Insgesamt 1200 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe.

Der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Seckbach, Riederwald) zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten des Industrieparks Fechenheim. Das hatte sich in der vergangenen Sitzung des Gremiums bereits angedeutet, jetzt wurde ein interfraktioneller Antrag für die kommende Sitzung erarbeitet. Unterzeichnet haben ihn Grüne, SPD, CDU, Linke sowie FDP und damit alle im Ortsbeirat vertretenen Fraktionen, mit Ausnahme der BFF.

Hintergrund des Antrages ist die Ankündigung des Schweizer Chemieunternehmens Clariant, das Industrieareal an der Hanauer Landstraße in einem zweistufigen Bieterverfahren zu verkaufen. Dieses soll bereits im ersten Halbjahr 2023 abgeschlossen sein. Rund 1200 Menschen arbeiten im Industriepark, hauptsächlich für den Chemiekonzern Allessa, der den Park auch betreibt, sowie für die Biotech-Firma Biospring.

Die Fraktionen drücken mit ihrem Antrag nun ihre Sorge aus, die sie mit den dort Beschäftigten teilen und zwar die, dass der Grundstücksverkauf den langfristigen Fortbestand der Arbeitsplätze gefährden könne.

Daher wird „der Magistrat der Stadt Frankfurt aufgefordert ein klares Zeichen für den Erhalt des Industriestandorts zu setzen“. Konkret solle dazu „schnellstmöglich der Bebauungsplan angepasst werden, um die Bereiche der industriellen Produktion, Entwicklung, Forschung und Ausbildung zu sichern und deren Weiterentwicklung an diesem Standort nachhaltig und umweltverträglich zu ermöglichen“. Insbesondere müsse sichergestellt werden, dass dort eine Ansiedlung weiterer Rechenzentren ausgeschlossen ist.

Zur Begründung schreiben die Fraktionen, dass die Krisen der vergangenen Jahre gezeigt hätten, wie wichtig es für die Stadt Frankfurt sei, ein breitgefächerter Standort für Unternehmen aller Art zu sein. Gerade die Chemie-Industrie trage nicht unerheblich zur Finanzkraft Frankfurts bei.

Die Sitzung des Stadtteilgremiums Anfang Oktober hatten Arbeitnehmervertreter der Allessa GmbH genutzt, um auf ihre Bedenken aufmerksam zu machen. Darüber hinaus hatte etwa Standortleiter Ulrich Haase erklärt, dass es ein Interesse der Allessa-Muttergesellschaft International Chemical Investors Group (ICIG) gebe, den Industriepark zu kaufen. Das hatte Allessa-Geschäftsführer David Kremer wenig später im Gespräch mit der FR bestätigt: „Unser Ziel ist es, den Standort zu erwerben.“ Ein entsprechendes Angebot habe die ICIG unterbreitet.

Dass die Stadt in das Kaufverfahren einsteige, wie es im Ortsbeirat 11 diskutiert wurde, hielten die Vertreter für keine gute Idee. „Das könnte am Ende einfach nur den Preis steigern“, lautete die Befürchtung von Ulrich Haase. Auch verfügt die Stadt über kein Vorkaufsrecht. Als Worst-Case-Szenario gilt der Verkauf an den Höchstbietenden, der dann zum Beispiel ein Investor sein könne, der mit Chemie wenig am Hut hat, sondern lieber zahlungskräftige Rechenzentrenbetreiber nach Fechenheim locken möchte.

Bis 2031 hat Allessa das Gelände noch gepachtet und bereits einseitig eine Option auf Verlängerung des Vertrags bis ins Jahr 2041 gezogen.

Der Ortsbeirat 11 trifft sich am Montag, 5. Dezember, um 19.30 Uhr im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, Schäfflestraße 19, im Stadtteil Riederwald.

Schon von weitem sichtbar: Der Cassellapark.
Schon von weitem sichtbar: Der Cassellapark. © Michael Schick

Auch interessant

Kommentare