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Anwohner klagen über Raser auf der Bebraer Straße.

Verkehr

Fechenheim: Sicher über die Bebraer Straße

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Der Ortsbeirat spricht sich für eine Querungshilfe für Fußgänger aus – auch wenn dafür Parkplätze wegfallen müssen.

Der Ortsbeirat 11 möchte an der Forderung festhalten, Fußgänger an der stark befahrenen Bebraer Straße durch eine sogenannte Querungshilfe besser zu schützen. Dafür hat sich das Gremium in seiner Sitzung am Montagabend ausgesprochen. Gegenstimmen kamen aus der CDU, für die der damit einhergehende Wegfall von Parkplätzen schwerer wiegt.

Die Verkehrssituation im ganzen Fechenheimer Norden sei gefährlich, klagten Anwohner und die Bürgerinitiative Fechenheim-Nord. Immer mehr Schwertransporter und etliche Pendler seien dort unterwegs. Viele davon würden durch die Birsteiner Straße abkürzen, in der Tempo-30 gelte. Auch auf der Wächtersbacher Straße würde oft gerast. Anwohner setzten sich in der Vergangenheit dafür ein, die Geschwindigkeitsgrenze weiter herunterzuschrauben.

Schon lange wünschen sie sich einen Zebrastreifen an der Bebraer Straße, die durch die Kurven zudem schlecht einsehbar sei. Das Straßenverkehrsamt erteilte dem Wunsch eine Absage. Es konnte die Notwendigkeit bei einer Zählung nicht feststellen. Die Prüfung eines weiteren Antrags, dass stattdessen wenigstens eine Querungshilfe angebracht wird, brachte ein Ergebnis, dass kontrovers diskutiert wurde: In der rund 200 Meter lange Bebraer Straße könnten dann laut Straßenverkehrsamt acht bis zehn Autos weniger parken, wie Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) bekannt gab. Eine Querungshilfe, eine Art Verkehrsinsel mit sicherem Standplatz zwischen den Fahrbahnen, müsse anders als ein Zebrastreifen umfahren werden. Das Parken am Straßenrand sei nicht mehr möglich.

In der folgenden Debatte um die Notwendigkeit vertrat Sebastian Schugar (CDU) den Standpunkt, dass eine Querungshilfe „für die vier Fußgänger dort Blödsinn“ und „nicht einmal Wert ist, dass auch nur drei Stellplätze wegfallen“. Dabei brüstete er sich damit, dass er selbst eine vierspurige Straße überqueren könne. Die Nähe der Freien Christlichen Schule lege nahe, dass viele Fußgänger, die dort unterwegs sind, jung und agil seien.

Das sah der Ortsvorsteher anders. Seiner Ansicht nach spräche die Nähe zur Schule für eine Querungshilfe. Außerdem werde die Zahl der Passanten steigen, da in dem Quartier in den vergangenen Jahren Neubauten entstanden sind und weitere folgten. Die Zugezogenen würden die ohnehin knappen Stellplätze für Besucher benötigen, konterte Schugar. Susanna Bornmann (SPD) und Thomas Dorn (Grüne) sahen in der meist zu hohen Geschwindigkeit der Autofahrer das tragende Argument für den Übergang.

Bis auf Teile der CDU sprachen sich alle Mitglieder des Ortsbeirats für die Querungshilfe aus. Die Stadt soll bei der Planung berücksichtigen, dass möglichst wenige Parkplätze wegfallen. Die Stadtteilpolitiker rechnen damit, dass die Querungshilfe daher nah an der Bushaltestelle Bebraer Straße geplant wird.

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