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Schlaglöcher lassen Alte Mainkur vibrieren

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Von: Friedrich Reinhardt

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Die Alte Mainkur an der Hanauer Landstraße.
Die Alte Mainkur an der Hanauer Landstraße. © Michael Faust

Anwohnerinnen und Anwohner der Alten Mainkur auf der Hanauer Landstraße erleben gefährliche Szenen vor ihrer Haustür. Der Ortsbeirat fordert eine schnelle Sanierung der Hanauer Landstraße an der Omega-Brücke.

Plötzlich gibt es einen gewaltigen Schlag und das ganze Haus erbebt. Angelika Kani schreckt in ihrem Bett aus dem Schlaf auf – mal wieder. So geht es fast jede Nacht. Seit Jahren schläft sie nur selten durch, erzählt sie. „Das geht an die Gesundheit.“ Sie wohnt in der Alten Mainkur, dem ersten Wohnhaus an der Hanauer Landstraße, wenn man von Osten nach Frankfurt hineinfährt. Die Schläge, die sie aus dem Schlaf reißen und die Wände und Böden vibrieren lassen, kommen von den Schlaglöchern auf der wichtigen Frankfurter Einfallsstraße.

Mittlerweile gleiche die Hanauer Landstraße zwischen der Omega-Brücke und der Alten Mainkur eher einer Schotterpiste, sagt Angelika Kani. Man könnte sie auch mit einem Flickenteppich vergleichen. Risse durchziehen an einer Stelle die Straße. An der anderen ist scheinbar eine ausgebesserte Stelle wieder aufgebrochen und hat ein großes Loch hinterlassen.

Dass die Schlaglöcher ihr den Schlaf rauben, sie regelmäßig erschrecken und so eine Belastung für die Nerven sind, ist auch für die Anwohnerin nur das eine Problem. Sie sorgt sich auch um die Autofahrer:innen. Die Schlaglöcher seien eine Gefährdung, weil Autofahrer:innen, die die Straße gut kennen, etwa weil sie jeden Morgen die Strecke fahren, den Löchern ausweichen, beobachtet sie. „Die Motorradfahrer fahren Schlangenlinien.“ Menschen, die nicht ortskundig seien, rissen kurz vor den Straßenschäden das Lenkrad herum, um den Löchern auszuweichen. Bei starkem Regen bildeten sich große Pfützen.

„Seit Jahren bitten wir Anwohner bei der Stadt darum, dass die Straße repariert wird“, berichtet Kani. „Wir haben uns an die Ämter gewendet, haben es beim Mängelmelder gemeldet. Aber da tut sich einfach nichts.“ Die Löcher würden nur punktuell ausgebessert, brechen aber bald wieder auf.

Die Anwohnerin wusste nicht weiter und hatte sich zur jüngsten Sitzung an den Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) gewandt. Da rannte sie praktisch offene Türen ein. Thomas Dorn (Grüne) hatte in einem Antrag die Zustände auf der Hanauer Landstraße angekreidet. „Diese Straße transportiert täglich zwischen 55 000 und 60 000 Kraftfahrzeuge in und aus der Stadt Frankfurt. Diese Infrastruktur muss aus Verkehrssicherheits- und Umwelt-Gründen in einem angemessen gutem Zustand sein, der im Moment nicht gegeben ist“, schreibt Dorn in seinem Antrag. Er fordert die Stadt auf, die Schäden zeitnah zu reparieren. „Die Hanauer Landstraße hat mehrere Gefahrenquellen, aber das ist eine der heftigen.“ Ohne Diskussion hatten die Fraktionen dem Antrag zugestimmt.

Dabei hatte die Stadt bereits zugesagt, in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbehörde Hessen Mobil, den Belag der Straße „großflächig“ zu erneuern. Dies sollte geschehen, wenn die westlichen Rampen der Omegabrücke saniert werden. Für März 2021 hatte die Stadt die Arbeiten angekündigt. Passiert ist jedoch nichts.

Damals schon hatte sich der Hauseigentümer Ralf Heid über die Schlaglöcher beschwert. Sie verursachten Risse in dem alten Gebäude, in dem einst Napoleon Halt machte, als er sich nach der Völkerschlacht bei Leipzig zurückzog. In der Alten Mainkur soll er sich überzeugt haben lassen, mit seinen Truppen nicht durch Frankfurt zu ziehen.

Bis zur Sanierung der Straße brauche es eine schnelle Reaktion auf die Gefahrenstellen, sagte Dorn. Er schlug vor, Hinweis-Schilder aufzustellen und so die Autofahrer:innen zu langsameren Fahren zu bewegen.

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