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Planet Fechenheim

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Jürgen Gries stellt seine Kugelpanoramen derzeit im Fechenheimer Bunker aus.
Jürgen Gries stellt seine Kugelpanoramen derzeit im Fechenheimer Bunker aus. © Peter Jülich

Der ehemalige Polizeihauptkommissar Jürgen Gries aus Fechenheim fotografiert Motive seines Stadtteils als kleine Kugelpanoramen. Das eröffnet eine ungewöhnliche Perspektive. Zu sehen sind seine Fotos derzeit im Fechenheimer Bunker.

Fotos macht Jürgen Gries seit er als kleiner Junge eine Kodak-Kamera von seinem Vater geschenkt bekam. Viele Jahre lang blieb es für ihn nur ein Hobby – bis jetzt. Denn bekannt wurde der gebürtige Offenbacher vor allem durch seine Tätigkeit als Polizeihauptkommissar von Fechenheim. Doch nun, da Gries pensioniert ist, kann er sich voll auf sein Hobby konzentrieren. Seine Aufnahmen werden nun bereits zum zweiten Mal unter dem Titel „Planet Fechenheim“ ausgestellt. Diesmal in der Galerie des Fechenheimer Bunkers in der Gründenseestraße.

Ungewöhnliche Sichtweise

Die Fotos zeigen Fechenheimer Örtlichkeiten als kleine Planeten. Denn es handelt sich um sogenannte Kugelpanoramen. Für ein einzelnes Bild müssen insgesamt 32 Fotos geschossen werden. „Ich finde das eine ganz tolle Technik, weil man teilweise ganz profane Orte als Planeten hervorheben kann.“

Etwa die Straßenbahnhaltestelle „Hugo-Junkers-Straße“. In der wenig spektakulären Umgebung befinden sich ein Baumarkt, eine Tankstelle und ein Möbelladen. „Wenn man daraus ein Kugelpanorama macht, erscheint der karierte Fußboden plötzlich wie ein Schachbrett. Hier wird nicht verfälscht, sondern nur die Perspektive geändert.“ Die Technik für die Kugelpanoramen sei an sich gar nicht so schwierig. Man brauche nur ein Stativ, eine Kamera und einen Nodalpunktadapter. Der sorgt dafür, dass sich die einzelnen Bilder beim Schwenken der Kamera korrekt überschneiden.

Das erste Mal wurden seine Aufnahmen zwischen November und Dezember 2021 im Kleinen Haus in der Ankergasse 2 gezeigt. Initiiert wurde die Ausstellung damals von Martina Metzner. „Fechenheim ist ja ein bisschen der ‚underdog‘ von Frankfurt“, sagt sie. „Ich finde, die Bilder heben das auf, weil sie die Vielfalt und Üppigkeit des Stadtteils zeigen.“

Das findet auch Ekkehard Moeser. Der Verwalter des zweiten Ausstellungsortes im Bunker war bei der ersten Schau dabei. „Ich bin hingegangen, als er gerade seine Bilder ‚bewachte‘ und schlug ihm vor, auch hier auszustellen.“ Der ehemalige Luftschutzbunker wurde von 2017 bis 2019 in ein Mehrfamilienhaus umgebaut. Von außen erweckt es eher den Anschein einer Basilika. Dies habe seinen Grund, so Moeser, der den Umbau leitete. Damit er bei Luftangriffen nicht als Bunker erkannt wurde, sei er mit Türmen und einem Vorbau versehen worden. Dieser Vorbau dient nun auf unbestimmte Zeit als Ausstellungsraum für die Fotos von Jürgen Gries. Betreten lässt sich der Raum zwar nicht, aber die Bilder sind Richtung Fenster gerichtet, sodass sie im Vorbeigehen betrachtet werden können.

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