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Lösung für Außenstelle des Bürgeramtes in Alt-Fechenheim

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Von: Friedrich Reinhardt

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SPD-Fraktionschef Stephan Zilcher setzt sich dafür ein, dass die Außenstelle des Bürgeramtes in Alt-Fechenheim 89 wieder geöffnet wird.
SPD-Fraktionschef Stephan Zilcher setzt sich dafür ein, dass die Außenstelle des Bürgeramtes in Alt-Fechenheim 89 wieder geöffnet wird. © hamerski

Die SPD im Ortsbeirat 11 schlägt vor, die derzeit geschlossene Außenstelle des Bürgeramtes in Alt-Fechenheim tageweise mit Personal aus Bergen zu besetzen. Vor allem ältere Menschen klagten immer wieder über die Schließung. Die Stadt hält nichts von der Idee.

Den Fall des älteren Herren mit dem Rollator empfand Stephan Zilcher am drastischsten. Der Senior habe ihm seinen Ausweis gezeigt, der seit anderthalb Jahren abgelaufen war, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Dabei habe ihm der ältere Mann erklärt, dass schon die 400 Meter bis zum Kaufland ihm fast zu viel seien. Mit dem Bus nach Bergen, in die Marktstraße, zum nächstgelegenen Bürgeramt? Das schaffe er nicht. Also werde sein Ausweis nicht erneuert.

Um dieses Problem zu lösen, machte Zilcher in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats einen Vorschlag: Wenn die Außenstelle Fechenheim (Alt-Fechenheim 89) aus personellen Gründen nicht geöffnet werden kann, soll sie abwechselnd mit dem Bürgeramt in Bergen öffnen. Die Mitarbeiter:innen des Bürgeramts in Bergen täten ihren Dienst also in Fechenheim. „Selbst wenn es nur ein Tag in der Woche wäre, würde das schon viel ausmachen“, findet Zilcher. In Fechenheim sei die geschlossene Außenstelle derzeit das drängendste Problem. Immer wieder hätten ihn Fechenheimer:innen darauf angesprochen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren sind die Außenstellen der Bürgerämter in Nieder-Erlenbach, Harheim, Kalbach und Fechenheim geschlossen. Zum einen, weil die Außenstellen oft beengt sind und die Infektionsgefahr erhöht ist, wie Oliver Becker, Leiter des Amts für Bürgeramt, Statistik und Wahlen erklärt. Zum anderen, weil viele Mitarbeiterinnen junge Frauen sein. Werde eine von ihnen schwanger, dürfe sie aus Gründen der Gesundheitsvorsorge nicht mit Publikumsverkehr arbeiten. Nur in den größeren Bürgerämtern ließe sich das Personal dann effizienter einsetzen.

Darauf verweist auch das zuständige Dezernat. „Neben dem Auftreten von Synergieeffekten können Störungen im Betriebsablauf, etwa technische Ausfälle oder zeitaufwendige Fälle, besser kompensiert werden, je mehr Personal verfügbar ist“, erklärt eine Referentin von Dezernentin Eileen O’Sullivan (Volt). In größeren Standorten könnten zudem Pausenzeiten überbrückt werden. „Dies gelingt in einem Zwei-Personen-Standort wie Fechenheim nur durch eine eingeplante Schließzeit.“

Begeistert ist man im Dezernat von Zilchers Idee nicht. Man glaubt, dass die Menschen in Fechenheim davon kaum profitieren würden. Wegen der vielen Anmeldungen geflüchteter Ukrainer:innen, den vielen Kirchenaustritten und der erhöhten Nachfrage nach Pässen sei der Andrang auf die Bürgerämter gewaltig. Würde die Außenstelle Fechenheim öffnen, würden Bürger:innen aus dem ganzen Stadtgebiet nach Fechenheim drängen. Da in der Außenstelle nur zwei Personen die Anfragen bearbeiten können, in Bergen aber fünf, würde an einem „Fechenheim-Tag“ weniger Personal im Frankfurter Osten zur Verfügung stehen.

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