1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Fechenheim

Künstler verlässt Atelier in Fechenheim

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Der Künstler Ahmad Rafi in seinem Atelier, das er zum Monatsende verlassen muss.
Der Künstler Ahmad Rafi in seinem Atelier, das er zum Monatsende verlassen muss. © Rolf Oeser

Der Maler Ahmad Rafi muss seine Räumlichkeiten am Mainufer aufgeben. Zum Abschied stellt er noch einmal aus. Danach wird er wahrscheinlich neue Räume m Stadtteil beziehen.

Nach zehn Jahren nimmt er Abschied von seinem künstlerischen Zuhause. Doch wehmütig ist Ahmad Rafi ganz und gar nicht, wenn er am Wochenende noch einmal in seinem Atelier am Fechenheimer Mainufer zeigt, was er in den vergangenen Jahren geschaffen hat. „Ich blicke immer nach vorne“ – unter diesem Motto tritt er das nächste Kapitel seines Lebens an.

Das wird den 61-Jährigen, wenn alles klappt, an einen anderen Ort in Fechenheim führen, wo er die Aussicht auf ein neues Atelier hat. Das bisherige muss er verlassen, der Mietvertrag endet.

Rafis Leidenschaft gehört seit jeher der Malerei. 1961 als Sohn einer Künstlerfamilie in Teheran geboren, arbeitete er schon im Iran als freischaffender Künstler. Dann wollte er Architektur in New York studieren, die Zulassung hatte er, doch aufgrund des damals schon angespannten Verhältnisses zwischen seinem Heimatland und den USA bekam er kein Visum.

Nach ein paar Monaten in Barcelona verschlug es ihn schließlich 1986 nach Aschaffenburg, wo er sich schnell einen Namen in der dortigen Kunstszene machte. 1991 begann er auch, neben der eigenen Malerei Malunterricht zu geben, was sich bis heute nicht geändert hat. Seit 1997 nun macht er das in Frankfurt. Zunächst in einem Atelier im Unterweg, in dem er auch gewohnt hat. Seit 2012 nun also in Fechenheim, „wo ich zwar lebe, aber nicht wohne“.

Die Ausstellung

Zum Abschied aus seinem Atelier, Alt Fechenheim 65, zeigt Ahmad Rafi noch einmal eine Auswahl seiner Werke.

Zwei Termine hat er dafür vorgesehen. Der erste ist am heutigen Freitag, 21. Oktober, von 18 bis 23 Uhr. Der zweite ist für den morgigen Samstag, 22. Oktober, von 15 bis 23 Uhr geplant. Rafi wird für Getränke und eine warme Kürbissuppe sorgen.

Informationen zum Künstler gibt es unter www.ahmadrafi.de. bö

Das tut er im Dornbusch, zusammen mit seinem Partner. Und auch wenn er freischaffender Künstler ist, der neben dem Unterricht vor allem vom Verkauf seiner Bilder lebt, hat er einen klar strukturierten Tagesablauf. „Ich stehe morgens auf, mache Yoga, dann fahre ich mit dem Fahrrad ins Atelier. Dort lese ich etwas, dann fange ich mit der Arbeit an. Das geht meist bis in den Abend. Dann fahre ich wieder nach Hause.“ Und manchmal, wenn er vor lauter Malerei die Zeit vergisst, „dann schlafe ich auch mal hier“.

Neben der Malerei hat er in den vergangenen Jahren auch die Kunst der Videoinstallationen für sich entdeckt. Eine davon ist derzeit noch – bis zum 13. November – vor dem Historischen Museum zu sehen. Unter dem Namen „Im Fluss der Dinge“ wird dabei ein Videofilm auf ein Wasserbecken projiziert, das auf einem Teppich steht. Regelmäßig ziehen Holzpaletten an den Betrachtenden vorbei, auf denen sich persönliche Gegenstände aus dem Leben des Künstlers befinden. Der etwa 25-minütige Film soll Migration als immer dagewesenes Phänomen der Menschheitsgeschichte zeigen, gerade vor den aktuellen Ereignissen in der Ukraine.

Oder vor denen im Iran, wohin Ahmad Rafi noch immer gute Kontakte hat; seine beiden Brüder – ebenfalls Maler – sind kürzlich erst wieder nach Teheran gezogen. Dort hat er dieses Jahr auch schon ausgestellt. Thema dabei: Krieg.

Ansonsten ist sein Lieblingsthema das Wasser. „Der Main, den ich von hier aus sehen kann, hat mich immer inspiriert.“ Und auch, wenn sein neues Atelier etwas weiter weg ist vom Fluss, wird er diese Inspiration auch weiterhin suchen.

Auch interessant

Kommentare