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Kinderbeauftragte hat die Spielplätze im Blick

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Von: Fabian Böker

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Daniela Schulze-Biermann auf dem Bolzplatz in der Wächtersbacher Straße.
Daniela Schulze-Biermann auf dem Bolzplatz in der Wächtersbacher Straße. © Monika Müller

Daniela Schulze-Biermann ist die neue Kinderbeauftragte für Fechenheim. Ihr Fokus wird darauf liegen, die Situation auf den Spielplätzen zu verbessern.

Sie kann selbst schmunzeln über den Begriff. Aber auch nur, weil sie genau weiß, dass er mit ihren tatsächlichen Tätigkeiten nichts gemein hat. Daniela Schulze-Biermann ist seit dem 20. Juni Kinderbeauftragte für Fechenheim, und in dieser Funktion ist sie vieles, aber keine „Spielplatztante“.

Mit Spielplätzen hat sie natürlich viel zu tun. Zum einen, weil ihr neunjähriger Sohn diese selbst nutzt. Zum anderen, weil das schlicht und ergreifend zu ihren Aufgaben gehört. Kinderbeauftragte engagieren sich ehrenamtlich für die Belange der Kinder in den jeweiligen Stadtteilen. Schulze-Biermann aber ist es wichtig, dass sie das mit Nachdruck und aller Ernsthaftigkeit tut. Und eben nicht als „Spielplatztante“, die vermutlich verwandt ist mit dem „Grüßaugust“ und dem „Frühstücksdirektor“.

Die 41-Jährige, die gelernte Krankenschwester ist und in einer Klinik in mehreren Funktionen arbeitet, weiß seit März, dass sie Kinderbeauftragte wird. Eigentlich aber fing alles schon 2019 an, wenn man so will. Auf der Beteiligungsplattform „Frankfurt fragt mich“ (Ffm) setzte sie sich für Spielplätze im Fechenheimer Süden ein. Die Spielplätze dort seien im Vergleich zu den umliegenden Stadtteilen in einem schlechten Zustand, hatte sie damals angemerkt. Außderdem seien sie teilweise ungesichert, ohne Möglichkeiten für kleinere Kinder. Die Spielplätze sollten daher aufgewertet werden. 200 Unterstützer:innen brauchte die Idee, um von der Stadtverwaltung beantwortet zu werden, 266 wurden es.

Kontakt und Infos

In Fechenheim leben aktuell rund 2835 Kinder bis 14 Jahre mit ihren Familien. Für sie ist die Kinderbeauftragte zuständig.

Eine feste Sprechstunde hat Daniela Schulze-Biermann noch nicht. Sie hofft, ab September gleich zwei davon anbieten zu können.

Eine soll dann im Süden des Stadtteils stattfinden, in den Räumen des Quartiersmanagements, Alt Fechenheim 80. Räumlichkeiten in Fechenheim-Nord sucht sie noch, Gespräche dazu laufen bereits.

Auch die Briefkästen an beiden Standorten, in die Bürger und Bürgerinnen ihre Anliegen einwerfen können, stehen noch nicht.

Bis es die Sprechstunden gibt, ist Schulze-Biermann per E-Mail erreichbar, an fechenheim@kinderbeauftragte-frankfurt.de. Auch einen Instagram-Account hat sie (kinderbeauftragte.fechenheim).

Insgesamt gibt es derzeit 52 Kinderbeauftragte in Frankfurt. Infos über die Personen und deren Arbeit gibt es online unter www.kinderbeauftragte-frankfurt.de. Die Geschäftsstelle ist unter Telefon 21 23 90 01 oder per Mail an geschaeftsstelle@kinderbeauftragte-frankfurt.de zu erreichen. bö

Einen Teilerfolg kann Schulze-Biermann sogar schon verkünden, auch wenn sie daran noch nicht beteiligt war: Der Spielplatz an der Wächtersbacher Straße wurde im Vorjahr wiedereröffnet, nach einer umfangreichen Sanierung. Der Spielplatz wurde erweitert, hat eine Bobbycar-Rennstrecke, eine Nestschaukel und einen großen Sandspielbereich erhalten, zudem ein großes Klettergerüst, eine Riesen-Schaukel, eine Seilbahn sowie einen Kletterparcours aus Baumstämmen. Die Ideen dazu stammten größtenteils von den Kindern, die den Spielplatz nutzen, selbst.

Genau so stellt sich Schulze-Biermann aber auch ihre zukünftige Arbeit vor. „Ich will die Probleme und Wünsche der Kinder wahrnehmen und an die zuständigen Stellen weiterleiten. Im Idealfall wird dann eine solche Lösung wie in der Wächtersbacher Straße gefunden.“ Probleme und Wünsche, das weiß sie auch schon nach ihren ersten Gesprächen, gibt es in Fechenheim genug. So sei zum Beispiel der Abenteuerspielplatz vieles, aber kein Abenteuerspielplatz. „Da gibt es ein Schaukeltier, dreckigen Sand und Basketballkörbe, mehr nicht.“ Es gab auch schon Eltern, die sie ganz konkret gefragt haben, warum es auf manchen Spielplätzen keine Mülleimer gebe. Aber auch um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr wird es gehen, darum, ihnen eine Teilhabe zu ermöglichen.

Aber auch darum, bestehende Angebote besser zu kommunizieren. So sei es ihr selbst jahrelang nicht bekannt gewesen, „dass es so ein tolles Ferienprogramm im Stadtteil gibt“.

Eine Liste mit Themen hat sie sich schon bereitgelegt. Im September, bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirates 11, wird sie diese vortragen. Und von einer „Spielplatztante“ wird dann sicher niemand sprechen.

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