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Geld für Sanierung des Fechenheimer Tierheims

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Von: Friedrich Reinhardt

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Das Dach des Katzenhauses in der Ferdinand-Porsche-Straße ist undicht.
Das Dach des Katzenhauses in der Ferdinand-Porsche-Straße ist undicht. © Renate Hoyer

Das Dach des Katzenhauses wird repariert, die Reptilien sollen mehr Platz bekommen. Der Ortsbeirat hat zudem angeregt, den jährlichen Zuschuss der Stadt zu erhöhen.

Kaputte Dächer, kein Raum für Reptilien, Aktenschränke, die wegen des knappen Platzes Terrarien weichen müssen. Reparaturen und Sanierungen sind im Tierheim des Frankfurter Tierschutzvereins dringend nötig. Arbeiten, die der Verein aus eigener Kraft nicht stemmen kann, wie der Vorsitzende Michael Hallstein berichtet. Ob der Verein aber, wie im Januar beschlossen, vom Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) finanziell unterstützt werden wird, ist nach der jüngsten Sitzung des Gremiums wieder offen. Wegen einer Formalie – und weil die Stadt deutlich mehr Geld locker machen könnte.

Die Fraktionen der Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt wollen die Dachreparaturen am Katzenhaus und den Bau des Reptilienhauses mit 100 000 Euro aus dem städtischen Haushalt unterstützen. Einen entsprechenden Antrag haben sie Anfang Mai in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht.

Die 100 000 Euro wären ein Vielfaches von dem, was der Ortsbeirat aus seinem Budget hätte beitragen können. Ursprünglich hatte das Gremium beschlossen, die Arbeiten mit einem Zuschuss von 23 000 Euro zu unterstützen. Das musste die Stadtverwaltung aus formalen Gründen ablehnen. Ortsbeiräte dürfen nicht mehr als 50 Prozent ihres Budgets für Zuschüsse ausgeben. So schreibt es der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von 2014 vor, der es den Ortsbeiräten ermöglichte, dass Investitionen überhaupt bezuschusst werden können, erklärte in der jüngsten Sitzung Julia Thon, Leiterin der Koordinierungsstelle Stadtteile im Hauptamt und Stadtmarketing.

Unzufrieden ist man im Ortsbeirat nicht darüber, wie die Sache gelaufen ist. FDP-Mitglied Detlef Stange meinte: „Es war ja unser Interesse, über die Stadtteilgrenzen hinaus zu wirken und die Stadt wachzurütteln, dass dieses Tierheim Aufgaben für das ganze Stadtgebiet wahrnimmt. Sich um herrenlose Hunde und Katzen oder etwa vom Zoll beschlagnahmte Tiere zu kümmern, ist doch eine städtische Aufgabe, die das Tierheim für die Stadt übernimmt“. SPD-Chef Stephan Zilcher deutete die Entwicklung so, dass das Werben der Ortsbeiratsmitglieder zu einem Umdenken in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung geführt habe. Auch CDU-Fraktionschef Benjamin Wiewiorra sieht in dem Antrag der Koalitionsfraktionen einen Erfolg . „Wir haben mit unserer Bereitschaft 23 000 Euro einzusetzen und mit den vielen Anträgen in den vergangenen Jahren einen Impuls in die Stadt gegeben.“

Der Ortsbeirat 11 stand in seiner Sitzung am Montag vor der Entscheidung, ob er dennoch dem Tierheim Geld zukommen lassen soll. Wiewiorra sprach von einem „symbolischen Betrag“ zwischen 2000 Euro und 4000 Euro. „Der Ortsbeirat hat ja beschlossen, das Tierheim zu unterstützen.“ Außerdem sei das ganze Gelände in einem maroden Zustand. „Bis es so weit saniert ist, dass wir die nächsten 15 Jahre Ruhe haben, wird es noch mehr Geld brauchen.“

In der Stadtverordnetenversammlung und den Ausschüssen sind zwei ältere Anträge des Ortsbeirats noch im Rennen, die mehr Geld für das Tierheim fordern. Einer fordert 50 000 Euro für die Renovierungsarbeiten und steht am Dienstag auf der Tagesordnung des Ausschusses für Personal, Sicherheit und Digitalisierung. Die zweite Vorlage fordert, den Zuschuss der Stadt an den Tierschutzverein auf „jährlich 1 083 000 Euro“ zu erhöhen. Bislang liegt der jährliche Zuschuss bei rund 225 000 Euro.

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