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Gedenktafel für Zwangsarbeiter in Fechenheim geplant

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Von: Fabian Böker

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Auf dem Parkplatzes des Parkes soll die Gedenktafel stehen.,
Auf dem Parkplatzes des Parkes soll die Gedenktafel stehen., © Renate Hoyer

Die Fechenheimerin Barbara Dankert will an das Schicksal von Józef Ochmanek erinnern. Der wurde 1942 am heutigen Heinrich-Kraft-Park erhängt.

Noch stehe sie ganz am Anfang ihres Vorhabens, sagt Barbara Dankert. Dieses Vorhaben ist die Errichtung einer Gedenktafel für einen Zwangsarbeiter am Heinrich-Kraft-Park in Fechenheim. Sie hat ihr Anliegen in den Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) getragen, dort wird man sich des Themas annehmen. Das Gremium kann auf die Vorarbeiten zurückgreifen, die Dankert bereits geleistet hat.

Denn das Thema Zwangsarbeiter:innen beschäftigt die 66-jährige Rentnerin schon länger. Sie ist in Fechenheim-Nord aufgewachsen und hat sich im Rahmen des Projektes Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt in ihrem Stadtteil auf Spurensuche begeben. Am Stadtlabor können alle Bürger und Bürgerinnen Frankfurts seit 2010 partizipieren und eigenständig ihre Forschungsergebnisse präsentieren.

Barbara Dankert hat zum Beispiel herausgefunden, dass es alleine in Fechenheim in der Nazi-Zeit 17 Lager für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen gegeben hat. Eine Geschichte hat es ihr besonders angetan: die von Józef Ochmanek.

„Viel ist über ihn nicht bekannt“, sagt Dankert. Sie wisse, dass er am 25. Januar 1915 geboren sei. Wann er nach Frankfurt kam, wisse sie nicht. Zur Arbeit gezwungen wurde er schließlich auf dem ehemaligen Hofgut Schmiedberger an der Ankergasse. Dort ging er eine Liebschaft mit einer deutschen Magd ein, was damals streng verboten war. „Vermutlich wurde er dann von Nachbarn denunziert“, gibt Barbara Dankert ihre Rechercheergebnisse wieder. Am 10. Januar 1942 wurde Ochmanek mit einem mobilen Galgen gehängt – im heutigen Heinrich-Kraft-Park, dort, wo jetzt der Parkplatz ist.

„Damit hat die Geschichte eine autobiographische Note bekommen“, erklärt Dankert. Denn an genau dieser Stelle habe sie als Kind immer gespielt. Daher wolle sie nun dort eine Gedenktafel für Józef Ochmanek errichten lassen.

Um dieses Vorhaben auf den Weg zu bringen, hat sie sich an den zuständigen Ortsbeirat 11 gewandt. In der jüngsten Sitzung stellte sie ihre Idee vor – und stieß damit auf Wohlwollen. Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) verwies sie an die einzelnen Fraktionen, die aufgerufen seien, einen entsprechenden Antrag zu erarbeiten.

Stefan Klee von den Linken nahm diesen Ball auf und kündigte an, nach Absprache mit den anderen Fraktionen einen solchen Antrag einbringen zu wollen.

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