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Gedenkort für Zwangsarbeiter

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Von: Fabian Böker

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Auf diesem Parkplatz des Heinricht-Kraft-Parks soll die Gedenktafel einmal stehen.
Auf diesem Parkplatz des Heinricht-Kraft-Parks soll die Gedenktafel einmal stehen. © Renate Hoyer

Auf dem Parkplatz des Heinrich-Kraft-Parks in Fechenheim soll eine Tafel an das Schicksal von Zwangsarbeiter erinnern. Die Idee dazu hatte eine Fechenheimerin, die zu diesem Thema im Zuge eines Projektes des Historischen Museums recherchierte.

Barbara Dankert hat eine wichtige Hürde genommen: Ihr Anliegen, in Fechenheim eine Gedenktafel für einen Zwangsarbeiter errichten zu lassen, hat den Ortsbeirat 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) passiert. Ein interfraktioneller Antrag von SPD, CDU, Grüne, FNP und Linke wurde einstimmig angenommen. Initiiert hatte ihn Stefan Klee von den Linken.

Die Idee dazu hatte der Politiker nach der September-Sitzung des Gremiums, als Dankert ihr Vorhaben vorgetragen hatte. Das wurde nun in den Antrag aufgenommen.

Demnach wurden während der Nazi-Zeit auch in Frankfurt Tausende Menschen aus den besetzten Gebieten zur Arbeit gezwungen. Alleine in Fechenheim hat es 17 Lager für Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen gegeben. Diese wurden dort gequält oder ermordet. Doch über viele Schicksale ist nichts bekannt.

Eines der Schicksale kennt Barbara Dankert und hat sie besonders berührt. Es ist das von Józef Ochmanek. Auf den Mann, der am 25. Januar 1915 geboren wurde, stieß die 66-jährige Rentnerin im Zuge ihrer Recherchen, die sie im Rahmen des Projekts Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt zu dem Thema machte. Wann er nach Frankfurt gekommen sei, habe Dankert nicht herausfinden können - wohl aber, dass er auf dem ehemaligen Hofgut Schmiedberger an der Fechenheimer Ankergasse zur Arbeit gezwungen wurde. Dort ging er eine Liebschaft mit einer deutschen Magd ein, was damals streng verboten war. „Vermutlich wurde er dann von Nachbarn denunziert“, gibt Barbara Dankert ihre Rechercheergebnisse wieder.

Am 10. Januar 1942, 15 Tage vor seinem 27. Geburtstag, wurde Ochmanek zur Srafe an einem mobilen Galgen erhängt. Dieser stand im heutigen Heinrich-Kraft-Park, dort, wo sich jetzt der große Parkplatz befindet. „Damit hat die Geschichte für mich eine autobiografische Note bekommen“, findet Dankert. Denn an genau dieser Stelle habe sie, die in Fechenheim-Nord aufgewachsen war, immer als Kind gespielt. Daher wolle sie genau dort die Gedenktafel für Józef Ochmanek errichten lassen.

Über den Antrag im Ortsbeirat freut sie sich, auch wenn sie derzeit wegen familiärer Verpflichtungen die Umsetzung ihres Vorhabens vorerst hintenanstellen muss. Aber die erste Hürde sei zumindest genommen.

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