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Frankfurter Tafel wartet auf Abwasserkanal

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Von: Fabian Böker

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Die Frankfurter Tafel versorgt rund 25 000 Menschen mit Essen.
Die Frankfurter Tafel versorgt rund 25 000 Menschen mit Essen. © Renate Hoyer

Das Logistikzentrum in Fechenheim ist bis heute nicht erschlossen. Stattdessen wird auf dem Grundstück an der Vilbeler Landstraße eine Grube alle zwei Wochen geleert. Die CDU im Römer fordert eine Lösung.

Im Jahr 2019 hat die Frankfurter Tafel ein Gelände an der Vilbeler Landstraße in Fechenheim gekauft, um dort ein Logistikzentrum zu errichten. Auch ein Teil der Verwaltung und er Fuhrpark sind dort untergebracht. Doch seit Anfang an fehlt dem Gebäude ein Anschluss an das Abwassersystem. Die CDU-Fraktion im Römer will diesen Zustand nun schleunigst ändern.

Die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Fischer, fordert den Magistrat der Stadt auf, schnellstens den Abwasserkanalanschluss herzustellen. „Das Grundstück in Fechenheim wurde von der Tafel in der Annahme erworben, dass es erschlossen sei. Diese Annahme stellte sich als falsch heraus, was bedeutet, dass der Abwassertank im Abstand von zwei Wochen ausgepumpt werden muss. Dies ist kostenintensiv, sehr umständlich und für den gemeinnützigen Verein kaum zu stemmen.“

So sieht es auch Rainer Häusler. Er ist Vorsitzender der gemeinnützigen Organisation und er erinnert sich noch an den Kauf des Grundstücks 2019. Einst standen dort die Collodin-Werke, in denen Klebstoff hergestellt wurde. Dort, wo Lagerhallen standen, residiert nun die Tafel. Warum nach dem Kauf dann kein Abwasserkanal vorhanden war, kann Häusler nicht mehr rekonstruieren. „Wir haben uns auch zunächst um andere Dinge gekümmert und das Logistikzentrum an sich aufgebaut.“ Aber klar ist: Ohne Anschluss an das Abwassersystem ist der Alltag vor Ort nicht gerade angenehm.

Das Abwasser läuft in eine Grube auf dem Gelände. Die wird regelmäßig geleert. „Das sind natürlich nicht die originären Aufgaben unserer meist ehrenamtlichen tätigen Mitarbeiter“, so Häusler, der seit 1996 für die Tafel tätig ist. Die liegen eher darin, Lebensmittel zu lagern, den Fuhrpark zu betreuen und Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Und ab und zu müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eben auch auf die Toilette oder sich die Hände waschen, theoretisch könnten sie vor Ort auch duschen. Aber eben alles ohne Abfluss in einen Kanal.

Klar ist: Es muss eine Lösung her. Sabine Fischer von der CDU hat daher eine förmliche Anfrage an den Magistrat gestellt. „Auf die Arbeit der Tafel kann gerade in der heutigen Zeit nicht verzichtet werden. Für bis zu 25 000 Menschen ist die Tafel eine lebensnotwendige Einrichtung.“

Eine Lösung wünscht sich auch Rainer Häusler. Ein eigener Anschluss an das Abwassernetz ist dabei nicht möglich, denn das würde bis zu 250 000 Euro kosten. Eine Summe, die sich dadurch erklären lässt, dass der Anschlussweg sehr lang wäre und um eine Bahnunterführung herum verlaufen müsste, wie eine Sprecherin der Stadtentwässerung bestätigt. Sie bestätigt auch, dass eine andere Idee wesentlich praktikabler wäre: die Mit-Nutzung des Abwasserkanals benachbarter Grundstücke. Dort stehen insgesamt 32 Reihenhäuser, die das Unternehmen Deutsche Reihenhaus gebaut hat. Doch die Eigentümergemeinschaft habe bisher kein Einverständnis gegeben, so der Tafel-Vorsitzende.

Das sei aber Voraussetzung für einen entsprechenden Antrag, erklärt die Sprecherin der Stadtentwässerung. Sollte dieser seitens der Tafel gestellt werden, „stehen wir dem Vorhaben positiv gegenüber“.

Die Tafel setzt also weiter auf Gespräche mit der Nachbarschaft. Denn „ein solcher Zustand mitten in der Stadt“, sagt Rainer Häusler, „fühlt sich an wie im Mittelalter“.

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