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Die Sportlerinnen und Sportler begeben sich auf die Strecke.

Fechenheim

Frankfurt: Volksradeln des TSG Fechenheim

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Beim Volksradeln des TSG Fechenheim ist auch der Radentscheid ein Thema.

Funktionale Drahtesel, stylische Stadtbikes, erdige Outdoor-Räder und bunte Kinderfahrräder, ein Sammelsurium an Fahrrädern ist am Sonntag vor der Kleinbrauerei Bier-Hannes an der Hanauer Landstraße zu entdecken. Im Innenhof die zugehörigen Radler. Viele haben es sich längst auf Bierbänken bequem gemacht, andere sind trudeln vor Anstrengung und Hitze noch etwas rot im Gesicht erst ein.

150 Personen aller Altersgruppen haben sich am vergangenen Sonntag an der Volksradtour der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Fechenheim beteiligt. Seit 1985 veranstaltet die TSG für Mitglieder, Fechenheimer und Externe die Tour. „Sportliche Höchstleistungen sind nicht Sinn und Zweck“, sagt Vereinsvorstand Dirk Hagemann. Wichtig seien Spaß am Sport und Gemeinschaft.

Man kommt an die frische Luft, sieht viel, besonders Orte, die man mit dem Auto nicht erreicht. Das weiß nicht jedes Kind, aber der zehnjährige Tobias aus Nieder-Eschbach schon. Er ist „natürlich siebenundzwanzig Kilometer“ gefahren – die große Route entlang des Mains bis zur Steinheimer Brücke und nicht die kürzere Familienstrecke bis zur Staustufe Mühlheim.

Weil seine Schule im Stadtteil liegt, kommt er, seit er den Fahrradführerschein bestanden hat, morgens mit dem Rad. „Das traue ich ihm gut zu, irgendwie muss er es ja lernen“, sagen die Eltern – allesamt in Sportmontur. Sie finden, dass die Frankfurter Radwege in großen Teilen ausreichend ausgebaut sind.

Radfahren würde zwar immer beliebter, Radsport im Verein nehme leider ab, bedauert Erich Kampe vom Hessischen Radfahrerverband, der die Tour für die TSG früher mitorganisiert hat. „Wir vertreten den Radsport aus sportlicher, nicht politischer Sicht.“

Die Ergebnisse aus den Verhandlungen zwischen Verkehrsdezernat und der Bürgerinitiative Radentscheid, die im vergangenen Jahr 40 000 Unterschriften für den Ausbau der städtischen Radwege gesammelt hat, begrüßt er dennoch. „Wir können dann ja auch besser fahren.“

„Dringend nötig“, findet Rosemarie Skorsetz sei eine Verbesserung der Frankfurter Radwege. Weil sie die Parkgebühr am Bornheimer Friedhof oder Preise für den öffentlichen Nahverkehr in die Stadtmitte lieber umgeht, fährt sie öfter innerstädtisch Rad. „Bis zum Ratsweg kommt man die Hanauer ganz gut entlang, aber ab dort stehen immer Autos auf der Spur.“ Sie lobt die Radwege in Berlin und Münster. „Da ist es nie gefährlich.“

„Bei uns hat sich fahrradtechnisch in den letzten 20 Jahren nichts verändert“, sagt eine Bornheimerin, die in einer größeren Gruppe mit mehreren Kindern am Volksradeln teilgenommen hat. Sie hätten vom Radentscheid gehört, ihn aber nicht verfolgt. Über das Frankfurter Radnetz diskutieren sie angeregt, nennen es dabei durchweg „Holperweg“ oder „Buckelpiste“.

Eine Generalüberholung der Wege sei wünschenswert, sagt eine andere Radlerin. Ein Ausbau brauche eine Bedarfsanalyse, sagt wieder eine andere aus der Gruppe. Außerdem sei die Innenstadt baulich begrenzt. Aus dem Stadtteil herauszufahren, sei für die Kinder zu gefährlich. Beim Volksradfahren der TSG hat es diese Probleme nicht gegeben: Der ausgeschilderte Radweg entlang des Mains hat eine glatte Fahrbahn. Keine Fußgänger, keine Autos. Zu Kollisionen und brenzligen Situationen sei es dennoch gekommen. Oft hätten die Brombeerbüsche weit in den Weg geragt.

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