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Nach dem Willen des Ortsbeirats 11 soll es am Atzelberg und an anderen frequentierten Plätzen künftiges freies Internet geben.

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Frankfurt-Ost: Wunsch nach freiem WLAN am Atzelberg

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Ortsbeirat fordert Einrichtung von kostenlosen Hotspots. Bislang plant die Stadt nicht, Geld für öffentliches Internet auszugeben - allenfalls in Kooperation mit privaten Anbietern.

Freies Internet am Fechenheimer Mainufer, an der Haltestelle Johanna-Tesch-Platz oder am Atzelberg. Die Grünen wünschen sich, dass auch im Ortsbezirk 11 mehr kostenfreie Hotspots eingerichtet werden.

„Das ist heute state of the art“, begrüßt Stephan Zilcher (SPD) den Vorstoß in der jüngsten Ortsbeiratssitzung. In anderen Städten und Ländern gebe es nahezu flächendeckend frei zugängliches WLAN. „Da ist Deutschland wirklich hinterher, das ist mittlerweile überall gang und gäbe.“ Dabei sei für viele Dienstleistungen ein Internetzugang nötig, so Zilcher. „Man sollte den Menschen die Möglichkeit geben, sich einloggen zu können, zum Beispiel um einen E-Roller freizustellen.“ Für ihn stecke auch ein Tourismusaspekt dahinter.

Die Grünen sehen das Internet vor allem als Informationsquelle. „Auch die Stadt digitalisiert sich“, sagte Sandra Neubauer. Viele Informationen und Angebote der Kommunen oder des ÖPNV würden ausführlich nur noch im Internet bereitgestellt. „Im Zentrum oder anderen Stadtteilen sind Internet-Hotspots mit öffentlichen Einrichtungen wie Büchereien verbunden“, so Thomas Dorn (Grüne), „aber im Ortsbeirat 11 gibt es das leider kaum.“ An Plätzen mit hoher Aufenthaltsqualität oder Haltestellen fände er die Einrichtung von kostenlosen Hotspots daher sinnvoll.

CDU lehnt Vorstoß ab

„Das ist nicht die Aufgabe des Steuerzahlers“, befand dagegen Sebastian Schugar (CDU). Internet fürs Handy solle in der Hand von Privatpersonen und Firmen bleiben. „Die Bahn oder Restaurants bieten ja einen kostenlosen Internetzugang an.“ Darüber hinaus sei es Angelegenheit jeder Privatperson, ob sie sich Internet für das Handy kaufen möchte. Trotz Gegenstimmen von CDU bei Enthaltung von BFF und FDP wurde die Vorlage auf den Weg gebracht.

„Wenn der Antrag eine Mehrheit der Stadtverordneten bekommen sollte und der Magistrat den Auftrag erhält, in diese Richtung zu handeln, werden die Möglichkeiten geprüft“, sagt Günter Murr vom IT-Dezernat. Bislang verfolge Frankfurt eine Politik, „dass sie keine öffentlichen WLAN-Hotspots auf Kosten der Stadt einrichtet“, klärt er auf. „Das ist höchstens in Kooperation mit privaten Anbietern möglich.“

Als Beispiel nennt Murr 40 kostenfreie Internet-Punkte an öffentlichen Plätzen wie dem Friedrich-Stolze-Platz. Dass in der Innenstadt eine andere Politik verfolgt würde als in den Stadtteilen, weist er zurück. Vereinzelt böten Museen, Büchereien oder Ämter im Wartebereich freies Internet. „Aber eben auch nur im Innenraum.“

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