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Im Interview mit Jeamy Blessed spricht ESA-Astronaut Matthias Maurer auf dem Big-City-Beats-Sonnendeck über seine Arbeit.

Party im All

World Club Dome schickt DJ in den Orbit

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Astronaut und Elektromusik-Fan Luca Parmitano soll von der ISS-Raumstation aus sein Set senden. In Fechenheim wurde am Wochenende sein Start ins All beobachtet.

Frankfurt - Trotz sanfter Elektroklänge, strahlendem Sonnenschein und Cocktails in Reichweite ist die Spannung auf dem Sonnendeck der Big-City-Beats-Agentur greifbar. Die Gäste starren gebannt auf die Bildschirme, bis es um 18.28 Uhr so weit ist: Fast 5000 Kilometer entfernt, im kasachischen Baikonur, schießt die „Soyuz MS-13“ in den Orbit. An Bord der Mission zur Internationalen Raumstation ISS: der erste DJ im Weltall. Astronaut Luca Parmitano, der gleichzeitig auch Kommandant der Mission ist, wird am 10. August das erste DJ-Set live auf das World-Club-Dome-Kreuzfahrtschiff vor Ibiza übertragen.

DJ in der Rakete 

„Wir sind unglaublich stolz – da sitzt unser DJ in der Rakete“, sagt Bernd Breiter, Geschäftsführer von Big City Beats und Erfinder des World Club Dome. Um den Moment gebührend zu feiern, lud er am Samstagnachmittag kurzerhand Freunde, Partner und Partywillige zur „Rocket Launch Party“ auf dem Sonnendeck seiner Agentur im Fechenheimer Cassellapark ein. Live-Erklärungen zur Mission bot der deutsche Astronaut Matthias Maurer: „Bei der Europäischen Weltraumorganisation feiern wir an diesem Wochenende doppelt.“ Denn der Start der ISS-Mission fällt auf das 50. Jubiläum der Mondlandung von Apollo 11.

Maurer findet die Idee, Musik und Raumfahrt zusammenzubringen, grandios. „Beides ist universell, geht über Grenzen hinaus und bringt Menschen zusammen“, sagt der 49-Jährige. Für Breiter passt der World Club Dome in den Weltraum: „Die Party steht für Größe und Außergewöhnliches.“ Bereits im vergangenen Jahr organisierte Big City Beats den ersten „Club in der Schwerelosigkeit“, eine Disko in den Übungsfliegern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Traum der Party im All 

Nachdem das alles so gut geklappt habe, wollte Breiter auch seinen Traum der Party im All durchsetzen. „Da es natürlich schwieriger ist, einen DJ zum Astronauten auszubilden, haben wir es einfach andersherum gemacht“, sagt er. Astronaut Parmitano, selbst großer Fan von elektronischer Tanzmusik, sei sofort von der Idee begeistert gewesen.

„Als ESA wollen wir unsere Arbeit auch einem breiteren Publikum zugänglich machen“, sagt Astronaut Maurer. „Wir finanzieren uns ja immerhin über Steuergelder, da müssen die Menschen auch einen Draht zu unserer Arbeit bekommen.“

Maurer selbst war noch nicht im All. In zwei Jahren wird er seine erste Mission zur ISS fliegen. Danach plant die ESA Großes: Auch auf dem Mond soll so eine Raumstation eingerichtet werden. „Ich bin heute zwar wirklich neidisch auf Luca“, sagt Maurer, „aber vielleicht kann ich dafür in ein paar Jahren der erste DJ auf dem Mond werden.“

Besondere Technik sei für das Projekt nicht erforderlich gewesen. Parmitano wurde im Januar von DJ Chris Stritzel alias Le Shuuk im Kölner Astronautenzentrum der ESA zum professionellen Diskjockey ausgebildet. Auf einem Tablet wird er seine Fähigkeiten nun am 10. August live zur Schau stellen.

von Nadine Benedix 

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