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Die UN-Kinderrechtskonvention wird zur Anschauung ausgerollt.  

Fechenheim

Fechenheimer Kinder lernen ihre Rechte kennen

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Die Stadtbücherei leiht Schulen Rucksäcke voller Bücher zum Thema. Dazu gibt es ein japanisches Erzähltheater, das visuell unterstützt.

Bei der 3b der Freiligrathschule dreht sich an diesem Montag alles um Kinderrechte. In der Schulbibliothek stehen drei blaue Rucksäcke. Neben ihnen liegen auf einem Tisch gut 45 Sach- und Kinderbücher zum Thema. In der Sitzecke neben dem Tisch sitzen die 19 Jungen und Mädchen. In ihrer Schule machen die neuen Bücher-Rucksack zum ersten Mal Station.

Kinderbüro und Stadtbücherei haben das Angebot ersonnen. Schulen können sich die Rucksäcke leihen – und erhalten so eine Fülle an Infomaterial. Lehrer finden Vorschläge, um den Unterricht zum Thema Kinderrechte zu gestalten. Für die Kinder sind die übrigen 45 Bücher und das Kamishibai. Das was?

Nun, ein Kamishibai ist ein japanisches Erzähltheater. In der Holzhalterung finden sich Bilder aus dem Bücher-Rucksack. Die Zuschauer nehmen ein Bild nach dem anderen heraus, der Rahmen lenkt den Fokus auf das neuerlich erscheinende Bild, ein bisschen wie Fernsehen ohne Strom. Pädagogisch wertvoll: Die Bilder unterstützen das freie, mündliche Erzählen.

Maria-Theresia Marx von der Abteilung Schulbibliotheken der Stadtbücherei stellt sechs Bilder in das Theatergestell. „Wir möchten, dass ihr wisst, wenn ihr hier herausgeht, dass ihr Rechte habt“, erklärt Marx den Kindern.

Kinder erstaunt, wie viele Rechte sie haben

Die interpretieren die Szenen im Papiertheater gekonnt. In einem Bild versteckt ein Kind einen beschriebenen Block vor einem Mann. Die Drittklässler kommen darauf, dass das Kind das Tagebuch vor dem Vater versteckt. Daraus leiten sie das Recht ab, Geheimnisse haben zu dürfen. Ein Mädchen sagt amüsiert, sie habe ein Geheimfach für ihre Süßigkeiten.

Um den Schülern zu zeigen, wie viele Kinderrechte es gibt, rollen Thomas Ziegler vom Kinderbüro und Hanke Sühl von der Stadtbücherei eine Papierrolle aus, auf der die 54 Artikel der UN-Kinderrechtskonvention notiert sind. Die Kinder sind erstaunt, wie viele Rechte sie haben. „Das sieht aus, als ob das tausend Artikel sind“, sagt ein Junge. Die Rolle ist nicht in den Rucksäcken enthalten. Die Artikel haben die Gäste für diese besondere Unterrichtsstunde selbst aneinandergeklebt.

Mehr als zehn Themen-Rucksäcke bietet die Stadtbücherei bereits für Schulen an: Über Bauernhöfe, Fußball oder Reiten. Nun wurden für insgesamt 900 Euro die drei Bücher-Rucksäcke über Kinderrechte zusammengestellt.

Das neue Rucksack-Paket ist Teil der Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“, die seit September vergangenen Jahres läuft. Ihr Schirmherr ist Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Es reicht nicht, wenn Rechte nur in Konventionen und Gesetzen stehen“, sagt er.

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