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Fechenheimer Kaninchenzüchter brauchen Geld

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Von: Fabian Böker

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Kaninchen werden in Frankfurt nur noch selten in Vereinen gezüchtet.
Kaninchen werden in Frankfurt nur noch selten in Vereinen gezüchtet. © Andreas Arnold

Die Corona-Pandemie hat dem Fechenheimer Kaninchenzuchtverein schwer zugesetzt. Er braucht dringend Geld. Der Ortsbeirat will sich aber mit seiner Hilfszahlung für Vereine noch bis Sommer Zeit lassen.

Es sieht nicht gut aus für den Fechenheimer Kaninchenzuchtverein H 147. Die Corona-Pandemie hat ihm schwer zugesetzt. Er erhofft sich daher eine finanzielle Unterstützung des Ortsbeirates 11 (Seckbach, Riederwald, Fechenheim). Dieser will aber erst zu einem späteren Zeitpunkt darüber entscheiden.

Die Worte, die Martina Gies, Mitglied des Kaninchenzuchtvereins, wählt, sind drastisch: „Uns steht das Wasser bis zum Hals.“ Der Verein sei einer der drei verbliebenen reinen Zuchtvereine in Frankfurt, rund 20 Mitglieder gibt es noch in Fechenheim. „Einige davon haben bereits Geld vorgelegt“, sagt Gies. Das reiche aber nicht aus. Zu schaffen macht den Züchtern und Züchterinnen etwa eine defekte Abwasserpumpe, die für eine Nachzahlung in Höhe von 2248 Euro gesorgt habe. Hinzu kam ein Einbruch, der einen Schaden von etwa 700 Euro verursacht habe. „Unbekannte haben uns Elektroartikel, Schnaps und tiefgefrorene Würstchen gestohlen“, schildert Gies mit Blick auf die eher ungewöhnliche Beute.

Der Kaninchenzuchtverein H147

Der Kaninchenzuchtverein H 147 wurde 1897 in Fechenheim gegründet. In diesem Jahr stehen die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen an. Der Verein ist in der Pfortenstraße 76 ansässig, hat rund 20 Mitglieder, davon sechs aktive Züchter.

Wer dem Verein helfen möchte oder Kontakt sucht, kann sich bei Kassiererin Claudia Gies melden, unter der Mobilnummer 01 73 / 8 50 40 81. bö

„Wir wollen den Verein unbedingt aufrechterhalten“, gibt sie sich kämpferisch. Aber dafür brauche es eben Hilfe. So eine Hilfe können Vereine vom Ortsbeirat bekommen, der ein Budget für von Corona geplagte Vereine hat. Bis Ende Juni müssen sich Vereine beim Ortsbeirat für eine Hilfszahlung melden.

Das Stadtteilgremium will daher bis zur Sitzung im Mai oder Juni abwarten, erklärt Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD). Bis dahin wolle man schauen, ob weitere Anträge von Vereinen beim Ortsbeirat eingehen. Bisher läge nur der Antrag des Kaninchenzuchtvereins vor. „Ich glaube, dass die meisten Vereine bisher ganz gut durch die Krise gekommen sind“, sagt Skrypalle, der als Ortsvorsteher gut vernetzt ist in den Stadtteilen. Die Lage sei nach seiner Einschätzung nicht dramatisch.

Für die Kaninchenzüchter:innen ist sie das sehr wohl. „Wir können Stand jetzt noch einmal die Pacht und die Nebenkosten bezahlen, danach wird es eng“, sagt Gies. Die Entscheidung des Ortsbeirates, zu warten, sei daher keine Hilfe für den Verein. Man habe jetzt Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) schriftlich um Hilfe gebeten. Während des ersten Lockdowns habe man so einen einen kleinen finanziellen Zuschuss erhalten. Auch an den Ortsbeirat wolle man sich noch einmal wenden.

Skrypalle kann aus zwei Corona-Jahren berichten, dass „wir in dieser Zeit sechs oder sieben Anträge auf Hilfe durch den Ortsbeirat hatten“. Die wurden alle bewilligt, allerdings wurde dafür nur ein Teil des Gesamtbudgets verwendet. „Wir brauchen das Geld ja auch für andere Investitionen, etwa die Weihnachtsbeleuchtung in allen drei Stadtteilen, für Spielplätze oder für das Spielmobil im Sommer.“

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