Seit Sommer 2019 ist die Cassellabrücke in Fechenheim gesperrt. Sie soll ab 2024 neu gebaut werden. 
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Seit Sommer 2019 ist die Cassellabrücke in Fechenheim gesperrt. Sie soll ab 2024 neu gebaut werden. 

Fechenheim

Neubau der Fechenheimer Cassellabrücke verzögert sich

  • vonFriedrich Reinhardt
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Die Brücke an der Hanauer Landstraße ist marode und muss ersetzt werden. Mit einer Fertigstellung ist nicht vor 2024 zu rechnen.

Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) hat nun die Abrissarbeiten für die Fechenheimer Cassellabrücke ausgeschrieben. Bis August 2021 soll der Abbruch geplant werden, von September 2021 bis Juni 2022 das 760 Meter lange Bauwerk zurückgebaut werden. In Fechenheim wird diese Nachricht unterschiedlich bewertet. Vor allem da „der Neubau bis 2024 nicht realistisch ist“, wie die Leiterin des ASE, Michaela Kraft, sagt.

„Wir sind froh, dass die Brücke überhaupt neu gebaut werden soll“, sagt Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD). „Kurz nachdem die Brücke gesperrt wurde, hat man ja diskutiert, ganz auf sie zu verzichten.“ Das Bauwerk wurde 1964 erbaut und ist seit einiger Zeit marode. Seit Juni 2019 durfte die Fuß- und Radwegbrücke über das Allessa-Gelände und die Hanauer Landstraße nicht mehr genutzt werden. Sie gilt als einsturzgefährdet. Für den Stadtteil war das ein herber Schlag.

Die Brücke hat eine entscheidende Bedeutung: Sie verbindet Fechenheim Nord und Süd, die durch Bahngleise und die Hanauer Landstraße getrennt werden. Diese Trennung hat sichtbare Folgen, sagt Quartiersmanagerin Leonore Vogt. „Bei Veranstaltungen im Norden kommen wenige Anwohner aus dem südlichen Teil und andersherum.“ Mehr als einen Kilometer Umweg müssen die Fechenheimer ohne die Brücke in kauf nehmen. Deshalb hatte die Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 11 noch im Dezember gefordert, die Brücke zu erhalten. Sie wieder instand zu setzen, wäre aber nicht wirtschaftlich, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen. „Die prognostizierte Restnutzungsdauer der Brücke ist ausgeschöpft.“ Sprich: Sie ist zu marode.

Stadtverordnete der Römerkoalition von SPD, CDU und Grüne hatten im Januar gefordert, „mit dem Neubau möglichst früher als im Jahr 2023/2024“ zu beginnen. Dieses Zeitfenster sieht bisher das Brückenbauprogramm der Stadt Frankfurt für die Cassellabrücke vor. Mit Blick auf die geplanten Abrissarbeiten bis 2022 fragt nun Ortsbeiratsmitglied Sebastian Schugar (CDU): „Warum sollte man nicht so planen, dass nach dem Abriss direkt mit dem Neubau begonnen werden kann?“

Als Antwort verweist ASE-Chefin Michaela Kraft auf die schwierigen Bedingungen. Ihr Amt versuche, „mit dem Neubau so früh wie möglich beginnen zu können“. Aber: Während Abriss und Neubau müsse die Betriebs- und Arbeitssicherheit auf dem Allessa-Gelände erhalten bleiben. Dafür seien enge Absprachen erforderlich. Die Seveso-III-Richtlinie, die „schwere Unfälle mit gefährlichen Stoffen“ verhüten soll, gilt für Allessa und müsse berücksichtigt werden, wenn die Cassellabrücke abgerissen und neugebaut wird.

Auch der Verkehr auf der Hanauer Landstraße soll so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Immerhin fährt dort auch die Straßenbahnlinie 11, die Fechenheim mit der Innenstadt verbindet. Außerdem, sagt Amtsleiterin Kraft: Gerade weil die Cassellabrücke so eine bedeutende Rolle spiele und an so prominenter Stelle steht, solle für sie ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben werden. Auch das kostet Zeit. „Aus diesen Aspekten ergibt sich unserer Einschätzung nach, dass ein Baubeginn für den Neubau der Brücke vor 2024 nicht realistisch ist.“

Die CDU-Stadtverordnete für Fechenheim, Sybill Meister, hält an einem früheren Beginn des Neubaus der Brücke fest. „Die neue Cassellabrücke muss kein Meisterwerk der Baukunst werden. Die Menschen brauchen eine schlichte Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die über ein Werksgelände führt.“ Führe ein Gestaltungswettbewerb zu einer jahrelangen Verzögerung, halte sie diesen für verzichtbar.

Ortsbeiratsmitglied Detlef Stange (FDP) nennt einen späteren Baubeginn „eine mittlere Katastrophe“. Darin „zeige sich wiedereinmal, dass die östlichen Stadtteile benachteiligt werden“. Die Bürger dort hätten lange warten müssen, bis die Wilhelmshöher Straße saniert wird oder die Turnhalle der Friedrich-Ebert-Schule. Da reihe sich die Cassellabrücke ein. (mit bos)

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