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Beim Finale der Bolzplatzliga in der Sportfabrik traten auch Fußballer des Juz Nied (schwarze Trikots) gegen das Team der Evangelischen Kirchengemeinde Griesheim an.

Fechenheim

Mit Ehrgeiz und Maske am Ball

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Jugendliche aus dem Gallus haben die diesjährige Bolzplatz-Liga des Frankfurter Sportkreises gewonnen, die unter verschärften Bedingungen ausgetragen wurde. Angst vor Corona hatten die wenigsten Jugendlichen.

Auf dem Parkett quietschen die Schuhsohlen. Die Tornetze zappeln im Minutentakt und öfter. Beim Finale der Bolzplatzliga am Mittwoch in der Fabriksporthalle sind die Schritte der Spieler schon von draußen zu hören. Coronabedingt stehen mehrere Türen der Halle in der Wächtersbacher Straße weit offen. Spieler tragen außerhalb des Spielfeldes Mund-Nasen-Schutz, genauso wie die Betreuer. Die vier Teams aus Bornheim, Gallus, Griesheim und Nied, die an diesem Tag mitspielen, sitzen auf der Tribüne in getrennten Gruppen. Auf dem kleinen Spielfeld ist von den Sicherheitsvorkehrungen nichts zu spüren. Tore fallen teilweise in rasantem Tempo hintereinander.

Denis Bambusek vom Frankfurter Sportkreis, der die achte Saison der Bolzplatzliga organisiert, steht am Parkettrand mit einer Stoppuhr in der Hand. Der Projektleiter der Liga, die in diesem Jahr wegen Corona erst nach den Sommerferien gestartet ist und auf Bolzplätzen in zehn Stadtteilen ausgetragen wurde, sagt: „Wir sind heute das einzige Mal in der Halle und sonst nur draußen“. Neben der Maskenpflicht außerhalb des Feldes seien an allen Turniertagen Pfeifen und Bälle vor dem Spiel desinfiziert worden. „Hand-Shakes gab es auch keine“, ergänzt er.

Der 16-jährige Bilal aus dem Gallus findet: „Auf dem Spielfeld ist alles normal wie immer, sonst muss man die ganze Zeit Maske tragen. Das ist nervig.“ Er trage aber den Mund-Nasen-Schutz schon allein, um seinen Eltern zu schützen. Sein Vater sei nach einem Schlaganfall Risikopatient. Angst vor dem Coronavirus habe Bilal selbst „eigentlich nicht“.

„Man hat den Ehrgeiz, was zu gewinnen“

Bei der Bolzplatzliga spiele er jetzt schon seit fünf Jahren mit. „Man hat den Ehrgeiz, was zu gewinnen“, sagt er, „und es macht Spaß, mal gegen andere Viertel zu spielen, nicht immer nur gegen die eigenen Jungs.“ Und gewonnen hätten sie schon mehrmals. Nur im vergangenen Jahr nicht, als das Team des Jugendhauses aus Nied Erster wurde. Daran kann sich Kerim noch gut erinnern. „Da haben wir am Eintracht-Stadion gespielt und durften in die Gastkabine, wo einige Wochen vorher noch Bayern München war“, berichtet der Junge aus Nied. Das Bolzplatzturnier mache ihm Spaß. „Da kommen verschiedene Nationalitäten zusammen, man versteht sich.“ Furcht vor Corona habe der 17-Jährige nicht.

Sein Mitspieler Furkan sieht das anders. „Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich schon ein bisschen Angst“. Gleichzeitig fände er es gut, dass er Sport weitermachen könne, sagt der 15-Jährige.

Neben ihm auf der Tribüne sitzt Mohamed Kaddouri, Sozialarbeiter im Jugendhaus in Nied. Zweimal pro Woche trainierten sie dort zusammen, berichtet der 42-Jährige. „Seit Corona dürfen nur noch zehn Teilnehmer dabei sein, wir müssen Leute wieder wegschicken“, berichtet Kaddouri. Vorher hätten bis zu 25 Kinder und Jugendliche zusammen trainiert. Deshalb gebe es im Jugendhaus jetzt einen dritten Trainingstag.

Trotzdem sind es am Ende der Liga wieder die Kicker aus dem Gallus, die in dieser Saison die meisten Punkte gesammelt haben und sich ein weiteres Mal Bolzplatzliga-Meister nennen dürfen.

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