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Die Ausstellung „In Memoriam“ ist im Kulturpavillon auf dem Fechenheimer Friedhof zu sehen. Rechts im Bild Macherin Sabine Lauer vom Verein PolymerFm.
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Die Ausstellung „In Memoriam“ ist im Kulturpavillon auf dem Fechenheimer Friedhof zu sehen. Rechts im Bild Macherin Sabine Lauer vom Verein PolymerFm.

Fechenheim

Kunst in der einstigen Totenhalle

  • VonJohanna Stein
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Der Kulturpavillon auf dem Fechenheimer Friedhof eröffnet mit der Ausstellung „In Memoriam“. Künftig sollen für dem Gebäude auch Lesungen und Konzerte stattfinden.

Wenn ein Mensch stirbt, kommt man ihm eigentlich näher“, sagt Sabine Lauer. „Ein Mensch hinterlässt ein ganzes Leben, beispielsweise in Form von Bildern, Briefen, Kunstwerken.“ Wenn man diese Dinge durchforstet, könne man viel über eine Person lernen. Mit künstlerischen Projekten will Lauer das Thema aufgreifen und unter anderem Kunstwerke von Verstorbenen aus der Region ausstellen. Die Künstlerin hat dazu den sogenannten Kulturpavillon auf dem Fechenheimer Friedhof geschaffen. Zur Eröffnung greifen Künstler:innen bei der Ausstellung „In Memoriam“ das Thema Tod auf.

Lange Zeit stand die ehemalige Totenhalle, die jetzt den Titel Kulturpavillon trägt, auf dem Fechenheimer Friedhof leer. Der Park direkt davor sieht idyllisch aus und lädt zum Entspannen, Ruhe finden und Naturerleben ein. „Wenn ich Probleme habe, komme ich immer hier her“, erzählt Renata Lo Curto, Mitglied des Vereins PolymerFm. „Dann wirken alle Probleme plötzlich ganz klein.“ Unter der Leitung von Sabine Lauer ist der Verein für die Ausstellungen und Veranstaltungen auf dem Friedhof verantwortlich, zusammen mit „Das Kunstbüro“.

Die Schöpfer:innen des Kunstpavillons wollen das Gebäude für Ausstellungen und gleichzeitig als eine Art Begegnungsstätte nutzen. Im März endeten die Renovierungsarbeiten an dem Haus, nun hat die erste Ausstellung „In Memoriam“, in Gedenken an …, begonnen. In dieser stehen die Werke im Vordergrund, nicht einzelne Künstler und Künstlerinnen. Alle beschäftigen sich mit dem Tod. Neben Fotografien von Scherben oder Rosen in Wachs., Gemälden und abstrakter Kunst sind etwa Schriften und Zitate zu finden. „Die Texte sind eigentlich das Ausschlaggebende“, erklärt Lauer. Sie sollen für das Thema Tod sensibilisieren. „Menschen sollen hier Ruhe finden und die Bereitschaft, über den Tod und über Verstorbene zu sprechen“, wünscht sich die Künstlerin.

Es wird nicht die letzte Ausstellung in der ehemaligen Totenhalle sein. In Zukunft möchte Lauer etwa Werkschauen über verstorbene Künstler organisieren, die auf dem Fechenheimer Friedhof begraben liegen. Daneben sind Themenausstellungen geplant, auch wolle sie junge Künstlerinnen und Künstlern aus der Region einladen und ihnen im Kulturpavillon eine Bühne bieten, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Langfristig soll auch die Grünfläche vor dem Pavillon bespielt werden. Lauer plant, dass, sobald es die Corona-Pandemie zulässt, auf dem Areal Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte stattfinden – „natürlich alles unter dem Gebot der Pietät“.

Im zweiten Raum des Gebäudes hängen derzeit Informationen zum Fechenheimer Friedhof aus. Auch über andere Ruhestätten mit Parks können Besucher:innen nachlesen. „Der Kulturpavillon ist ein Pilotprojekt“, erklärt Lauer. Sie möchte andere Friedhöfe dazu inspirieren, es ihr gleich zu tun. „Es gibt viele Friedhöfe mit Parks in Frankfurt“, erklärt sie. Diese „Gedenk-Parks“ seien Orte, an denen man zur Ruhe kommen und nah an der Natur sein könne.

Die Ausstellung „In Memoriam“ kann bis zum 25. Juli donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr besucht werden. Nach den Ferien vom 4. bis 12. September.

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