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Aus grau wird bunt: Kinder und Jugendliche haben die Unterführung am Bahnhof Mainkur neu gestaltet.
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Aus grau wird bunt: Kinder und Jugendliche haben die Unterführung am Bahnhof Mainkur neu gestaltet.

Fechenheim

Fechenheim: In der Mainkur geht die Sonne auf

  • VonFriedrich Reinhardt
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Kinder und Jugendliche tauchen die Unterführung am Bahnhof in 14 Pastelltöne. Das Projekt wurde wegen Corona verschoben, nun ist es beendet.

Das Klappern der Spraydosen wird nur durch das Krachen der Züge unterbrochen, die über die Unterführung am Bahnhof Mainkur donnern. Fahrgäste eilen durch den kalten Geruch von Farbe zum Zug, eilen vorbei an den Kindern und Jugendlichen, die die vormals tristen Wände in sanfte Pastelltöne tauchen. Es seien die Farben der auf- und untergehenden Sonne, sagt die Künstlerin Thekra Jaziri. Sonst sind eher kräftige Farben ihr Erkennungsmerkmal.

Bei einem Workshop mit Fechenheimer Kindern in den Sommerferien wurde das Thema Sonne immer wieder vorgeschlagen. Die fehlt in dem düsteren Gang, der durch die verdreckte weiße, graue und braune Farbe der Wände nicht gemütlicher gemacht wurde. „Flauschig“ nennt Jaziri die neue Farbgebung in 14 Pastelltönen.

Ursprünglich schon im Sommer 2020 sollte der Bahnhof im Frankfurter Osten umgestaltet werden. Angestoßen hatte das der Verein „Zukunft Fechenheim“. Mit der Deutschen Bahn hatte er verhandelt, dass sich am Bahnhof Mainkur dringend einiges ändern müsse. Die Dreckecken sollten verschwinden, Fahrradrampen und Toiletten installiert und der Bahnhof barrierefrei werden.

Doch die Bahn reagierte zögerlich. Denn der Bahnhof Mainkur ist ein Auslaufmodell. Mit der Nordmainischen S-Bahn, die derzeit zwischen Bad Vilbel und Frankfurt auf vier Gleise erweitert wird, wird er obsolet werden. Die Sichtweise der Bahn: Warum sollte man jetzt noch groß investieren?

Andererserits war die Bahn aber auch kompromissbereit. Fahrradständer hatte sie aufgestellt, Fahrradrampen und Geländer angebracht. Auch hatte sie zugesagt, alles für Jaziri und die Jugendlichen aus der Schule am Mainbogen, dem Kinder- und Jugendhaus und dem Jugendzentrum vorzubereiten. Wegen Corona verschob sich die Malaktion dann aber um anderthalb Jahre, bis sie in dieser Woche nun endlich stattfinden konnte.

Die drei Freundinnen Josephine (14), Hanna (10) und Miray (14) haben großen Spaß beim Malen. „Ich habe noch nie mit einer Sprühdose gemalt“, sagt Josephine. Die drei seien fast traurig, sagen sie zum Ende der Aktionsweoche, als die Unterführung schon fertig ist.

Finanziert wurde das Projekt aus verschiedenen Töpfen. Die Bahn zahlte die Materialkosten, rund 2000 Euro. Geld gab es zudem vom Stadtplanungsamt, dem Ortsbeirat 11, dem Wohnungsunternehmen Vonovia und der Firma Biospring. Ebenso vom Quartiersmanagement, das auch bei der Organisation half.

„Die Kommunikation mit der Bahn ist inzwischen gut“, sagt Husein Peratovic, zweiter Vorsitzender bei „Zukunft Fechenheim“. Der Verein wolle über weitere Verbesserungen verhandeln. Die Mainkur müsse besser beleuchtet werden, um nur ein Beispiel zu nennen. An der Malaktion gefalle ihm, dass Kinder „die ihnen versprochenen Rechte bekommen und ihren Stadtteil mitgestalten“.

Wie viel das Projekt den Jugendlichen bedeutet, zeigt unwillentlich ein Mädchen, als die Unterführung fertig ist. Mit der Spraydose geht sie die Wände entlang, sprüht Flächen an, die bereits gefärbt sind. Es sollte noch nicht vorbei sein.

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