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Die Bahnhofsunterführung der Mainkur ist kein schöner Ort.

Frankfurt-Fechenheim

Fechenheim: Farbe für den dunklen Mainkur-Tunnel

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Ideen für den Bahnhof Mainkur: Künstlerin Thekra Jaziri stellt Konzept für Unterführung vor. Bahn will Fahrradschienen für die Treppen montieren.

Die Unterführung zu den Gleisen am Bahnhof Mainkur soll bald in bunt werden. Bei einem öffentlichen Treffen am Montagabend im ehemaligen Bahnhofsgebäude, zu dem die „Initiative Zukunft Fechenheim“ eingeladen hatte, stellte die Künstlerin Thekra Jaziri ihr Gestaltungskonzept vor. Mit „aufhellenden, sonnigen, vielleicht auch blumigen Farben“ will sie dem dunklen, unwirtlichen Durchgang zu Leibe rücken.

„Bunt gestaltet wirken sich die Wände positiv auf das Sicherheitsempfinden aus“, findet Joachim Werner, zweiter Vorsitzender der Initiative. Die Absolventin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung zeigte Aufnahmen ihrer Arbeiten, etwa des Griesheimer Quartierspavillons sowie eines Kiosks in Preungesheim, die sie gestaltet hatte. „Wenn man anfängt etwas aufzuwerten, wird es bewahrt und akzeptiert“, sagt Quartiersmanagerin Leonore Vogt, die den Kontakt zur Künstlerin hergestellt hat.

Das Besondere an Jaziris „großen Ausmal-Bildern“, die zunächst vorgezeichnet und dann mit Sprühdosen eingefärbt werden, ist, dass sie Bewohner aus dem Viertel beteiligt. „Alle sind eingeladen mitzumachen“, sagte Jaziri. Vorher müssen allerdings noch Details geklärt, ein Zeitplan sowie die Höhe der Kosten ermittelt werden.

Bei einer Begehung im November hatte Hartmut Schwarz, Leiter des Frankfurter Bahnhofsmanagements, angeboten, eine Verschönerung finanzieren zu wollen. Auch sein Stellvertreter Florian Gieseler, der am Montagabend gekommen war, signalisierte grünes Licht. An der Bahnstation in Nied seien ebenfalls „Bürger des Stadtteils“ beim Aufhübschen dabei gewesen.

893 Fahrgäste würden täglich an der Mainkur ein- und aussteigen, berichtete Gieseler, der die Zahl aus dem Jahr 2018 auf Wunsch der Bürgerinitiative recherchiert hatte. Wie im November kritisierten die Besucher des Treffens, dass Toiletten fehlen. Gieseler stellte jedoch keine in Aussicht. Kristine Schaal, Vertreterin des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“, sagte: „An solche Bahnhöfe, wie auch den Westbahnhof, gehören Toiletten.“ Armin Burger-Adler, Vorsitzender der Fechenheimer Bürgerinitiative, schlug „Stahltoiletten wie an Rastplätzen“ vor. Sonst würden Leute weiterhin „einfach in die Unterführung pinkeln.“

Einige Punkte, die bei der Bahnhofsbegehung im November angesprochen worden waren, seien mittlerweile umgesetzt, berichtete Werner. Etwa ein halbes Dutzend neue Mülleimer stünden nun an den Gleisen sowie neben dem Fahrkartenautomat. Störende Fahrradständer neben dem Automaten hätten Mitarbeiter des Bahnhofsmanagements entfernt. Eine Reihe von Radständern vor dem Bahnhofsgebäude, mit denen nur das Vorderrad abgeschlossen werden könne, sollten durch sicherere Bügel ersetzt werden. Auf dem Weg zum Bahnhof gebe es außerdem Schlaglöcher zu beseitigen. Gieseler sagte, für die Straße, die zum Bahnhof führt, und den Vorplatz sei die Bahn-Tochter DB Immobilien zuständig. Ursprünglich habe sich ein Vertreter für die Veranstaltung angekündigt, der aber fehlte.

Gieseler stellte in Aussicht, dass Schienen an den Treppenabgängen installiert werden würden, damit Nutzer ihre Räder darüber schieben. Einen Termin dafür konnte er nicht nennen. Ein Beispielfoto fand keine Zustimmung. „Zu nah an der Wand“, lautete der einhellige Kommentar. Der Bahnmitarbeiter versprach, die Kritik bei der Auswahl zu berücksichtigen.

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