Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mariia Bykova, Eli Schwarze und Sabine Lauer (v.l.) vom Verein Polymer vor der Totenhalle.
+
Mariia Bykova, Eli Schwarze und Sabine Lauer (v.l.) vom Verein Polymer vor der Totenhalle.

Fechenheim

Der Fechenheimer Friedhof als Kulturort

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
    schließen

Der Kunstverein Polymer will eine Totenhalle zu gestalten, dass dort künftig Ausstellungen stattfinden können. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, im Mai könnte es los gehen.

Ein Friedhof, der sei durchaus auch für die Lebenden da. Das findet Kulturmanagerin Sabine Lauer aus Fechenheim. Und deshalb will sie nun den Friedhof ihres Stadtteils in der Steinäckerstraße zu einem Begegnungsort machen. Im Fokus steht die historische, aber seit Jahren leerstehende Totenhalle hinter der Aussegnungshalle.

Dort sollen in Zukunft Ausstellungen stattfinden. Die Idee dazu kam Sabine Lauer vergangenes Jahr in ihrem Arbeitsstipendium. Im Zuge dessen hatte sie ein Konzept erarbeitet, das unter dem Titel „In memoriam“ Ausstellungen zu Personen, die auf dem etwa 6,4 Hektar großen Friedhof begraben sind, gestalten soll.

Sabine Lauer denkt zum Beispiel an die 2016 verstorbene Künstlerin Karin Goetz oder an Heinz Hauser, langjähriger Leiter und Gründer eines philosophischen Lesekreises im Stadtteil, der 2018 verstarb.

Als möglichen Ort für solche Ausstellungen kam Sabine Lauer die 1846 errichtete Totenhalle in den Sinn, ein Bau im Biedermeier-Stil. „Als temporäre Heimat für wenige Ausstellungen wäre das aber nicht angemessen“, fand die Künstlerin. Sie wollte etwas Dauerhaftes schaffen.

„Mit ein paar Pinselstrichen und frischer Farbe“ sei es aber nicht getan: Risse in der Fassade, verwitterte Farbe an Fenstern, bröckelnder Putz, Moos auf dem Dach – die Liste der notwendigen Sanierungsarbeiten ist lang. Sabine Lauer holte sich weitere Akteure hinzu. Unter anderem den Fechenheimer Kunst-, Kultur- und Bildungsverein PolymerFM, dessen Vorsitzende sie ist.

„Allein könnte der Verein das nicht stemmen“, vor allem finanziell nicht, sagt Sabine Lauer. Rund 28 000 Euro kostet die Sanierung und Instandsetzung. 5000 Euro trägt der Verein, 7724 Euro kommen vom Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Der hat das Geld in einer seiner letzten Sitzungen vor der Kommunalwahl bewilligt. „Das Konzept hatte alle überzeugt“, erinnert sich Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD).

Eine Firma für Heizkörper steuert 2500 Euro bei, dank des Engagements einiger Vereinsmitglieder bei den Arbeiten kommt die gleiche Summe noch einmal dazu. Die restlichen Kosten übernimmt das Grünflächenamt, das sich um das Dach, den Schornstein, die Wände der Innenräume und die Elektrik kümmert.

Für Thomas Bäder, Leiter des Amtes, war schnell klar, dass man das Projekt unterstützen werde. Zwar sei der finanzielle Spielraum des überwiegend gebührenfinanzierten Friedhofsbereichs begrenzt. „Aber das Konzept hat uns überzeugt“, sagt er. „Wir begrüßen es, dass das ehemalige Totenhaus durch eine gemeinnützige Initiative wieder einer thematisch passenden Nutzung durch die Fechenheimer Bürgerinnen und Bürger zugeführt wird und damit die Bausubstanz des Gebäudes erhalten werden kann.“ Vergleichbare Projekte auf anderen Stadtteilfriedhöfen gibt es nach Auskunft des Grünflächenamtes bislang nicht. Nur auf dem Hauptfriedhof gibt es nahe der Gießener Straße seit 2020 in Abstimmung mit den beteiligten Ortsbeiräten eine Art Lesepark mit öffentlichem Bücherschrank, Holzbänken, Kräutergarten und Bienenstöcken. Für den Kulturort auf dem Fechenheimer Friedhof ist die Sanierung weit vorangeschritten. Dach und Innenwände sind fertig, aktuell laufen noch Arbeiten an den Fenstern und Türen; auch Schienen für die Bilder müssen noch angebracht werden. Mitte Mai sollen die Arbeiten fertig sein. Dann könnte direkt die erste Ausstellung beginnen, sofern Corona es zulässt. Sabine Lauer hat die Schau bereits konzipiert, zu sehen sein sollen unter anderem Texte und Bilder, die veranschaulichen, wie sich Lauers Kunstverein künftige Ausstellungen zum Thema Tod und Erinnern vorstellt. Details will sie bekanntgeben, wenn klar ist, ob der neue Kulturort im Mai öffnen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare