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Der Übergang ist marode.

Fechenheim

Cassella-Brücke bleibt geschlossen

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Der Ortsbeirat 11 setzt sich für eine Übergangslösung ein, damit sie bald wieder öffnet. Die Verbindung, die den Norden des Stadtteils mit dem Süden verbindet, ist gesperrt, weil sie marode ist.

Der Ortsbeirat 11 möchte die gesperrte Cassella-Brücke schnellstmöglich wieder geöffnet sehen und verabschiedete in der Sitzung am Montag einen entsprechenden Antrag der Linken. Seit wenigen Wochen ist die Überführung für Fußgänger, die Fechenheim-Nord und -Süd zwischen Leo-Gans-Straße und Hanauer Landstraße verbindet, abgeriegelt. Wer auf die andere Seite kommen möchten muss seither einen Umweg von knapp einem Kilometer auf sich nehmen.

„Bei einer regelmäßig durchgeführten Routine-Prüfung ist festgestellt worden, dass sich der bauliche Zustand deutlich verschlechtert hat“, begründet Michaela Kraft, Leiterin des Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE), die Entscheidung. „Es gibt Risse in der Bausubstanz, deshalb bleibt sie bis auf Weiteres geschlossen.“ Dass die Stadtverordnetenversammlung bereits 2017 mit einem Antrag zur Baufälligkeit der Brücke in Kenntnis gesetzt wurde, diese nun aber so plötzlich geschlossen wurde, ärgert den Ortsbeirat.

Die Sperrung stößt vielen auf. So auch Georg Weißler vom ökumenischen Arbeitskreis, der in der Sitzung darauf hinwies, dass viele Kinder von umliegenden Kitas, der Konrad-Haenisch-Schule und der Freien Christlichen Schule davon betroffen seien. Er schlug vor, die Tore zur darunter liegenden Straße wieder zu öffnen. Der über das Cassellagelände führende Weg wurde 1964 gesperrt und durch die Brücke ersetzt. Dass die Straße für normale Bürger geöffnet würde, hält nicht nur Benjamin Wiewiorra (CDU) für sehr unwahrscheinlich. „Das ist wohl zu gefährlich“, sagt er. Weil das Werksgelände heute mehrere Chemiefabriken beherbergt, sei es ein äußerst aufwendiges Unterfangen, dass Externe überhaupt Zugang zu bekommen. „Die Straße ist im Besitz der Cassella AG, hier gelten besondere Sicherheitsstandards“, bestätigt Kraft. „In wie weit eine Öffnung möglich ist, muss geprüft werden.“

Naheliegender ist an der Brücke festzuhalten. Stefan Klee (Linke) hofft darauf, dass sie durch weitere Stützen – auf Höhe der Hanauer Landstraße gibt es schon welche – kurzfristig wieder geöffnet werden könne. Diese Forderung wurde mit der Vorlage verabschiedet. Mittel- und langfristig soll ein Konzept vorgelegt werden, wie der Überweg saniert oder neu gebaut werden könne. Der Wunsch ist auch, diesen anders als bisher, nicht nur mit Treppen auszustatten, sondern für Rollstuhlfahrer und Radfahrer, barrierefrei zu gestalten. Im Rahmen der Planung zur Nordmainischen S-Bahn sei davon die Rede gewesen, die Brücke über die Bahngleise an der Cassellastraße zu verlängern, so Ortsvorsteher Werner Skypalle (SPD).

„Wir müssen abwägen“, heißt es vom ASE. „Bei einer barrierefreien Gestaltung könnte ein Abriss und ein Neubau günstiger als eine Instandsetzung sein. Es wird in alle Richtungen geprüft.“ Ob das bedeute, dass die Abkürzung auf jeden Fall wieder eingerichtet wird, konnte Kraft nicht bestätigen. Darunter durchfahrende Fahrzeuge seien aber keinesfalls gefährdet. Zum einen gebe es eine Restnutzungsdauer von fünf Jahren. Außerdem würden nicht nur die kritischen Punkte fortlaufend geprüft.

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