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Der Bahnhof Mainkur ist nach Ansicht des Vereins Zukunft Fechenheim in einem „einigermaßen grausigen Zustand“. 

Fechenheim

Fechenheim: Bahnhof ohne Klo und Licht

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Die Bürgerinitiative Zukunft Fechenheim hat zur Station Mainkur eine ganze Liste von Mängeln notiert. Schüler und Kindergärten könnten die Haltestelle aufpeppen, regt die Bahn an.

Eine lange Mängelliste zum Bahnhof Mainkur schreibt Joachim Werner auf seinem Klemmbrett am Montagabend zusammen. Als Vertreter der Bürgerinitiative „Zukunft Fechenheim“ führt er an diesem Abend rund 20 Anwohner und Bürger über das Bahnhofsgelände, von der Vilbeler Landstraße kommend, durch die Unterführung bis zu den Gleisen.

„Dieser Bahnhof ist in einem einigermaßen grausigen Zustand“, sagt Werner zur Begrüßung. Fehlende öffentliche Toiletten, schlechte Beleuchtung, ausgetretene Treppenstufen und keine Hinweise in der Unterführung, in welche Richtungen die Züge abfahren. Die Gleis-Nummern im Tunnel sind kaum noch zu erkennen. „Warum gibt es überhaupt keine Leucht-Ausschilderung, dass hier ein Bahnhof ist?“, möchte der Vorsitzende der Initiative Armin Burger-Adler wissen. Ortsfremde, die beispielsweise vom Bus oder der Tram umsteigen, wüssten gar nicht, wo es zu den Gleisen ginge, moniert eine Frau. Werner notiert diesen Punkt.

In der Unterführung fehlen Lampen und Hinweise auf die Gleise. 

Als nächstes sind der Gruppe alte Fahrradständer ein Dorn im Auge, die am Eingang neben dem Fahrkartenautomaten stehen. Sehbehinderte Menschen könnten dagegen laufen, kritisiert ein Mann. Einige der Teilnehmer schlagen vor, Radabstellmöglichkeiten eher vor dem Gebäude zu organisieren. Von der Bahn ist Hartmut Schwarz bei der Begehung dabei. Er sagt: „Wenn Sie wollen, sind die Fahrradständer in einer Woche weg“. Schwarz ist Leiter des Bahnhofsmanagements Frankfurt. Er sagt, er sei nur für die „Verkehrsstation zuständig“. Radständer davor könne er nicht aufstellen lassen. Deshalb wünscht er sich zur Umsetzung der Verbesserungsvorschläge Unterstützung durch die Stadt.

Der Besitzer des Bahnhofsgebäudes, Christof Schiederig, der in der ehemaligen Schalterhalle eine „Eventlocation“ betreibt, wünscht sich eine öffentliche Toilette am Bahnhof. „Wenn ich im Schnitt einmal pro Woche am Wochenende geöffnet habe, lasse ich in dieser Zeit bestimmt fünf bis zehn Leute bei mir auf die Toilette.“ Für diesen Wunsch erhält er von Schwarz jedoch eine Absage. Wohlwollend steht der Bahnhofsmanager einer freundlicheren Gestaltung der Station gegenüber, nachdem Quartiersmanagerin Leonore Vogt angeregt hat, die Unterführung „über Beteiligung der Bürger oder durch einen kleinen Wettbewerb punktuell attraktiv“ zu gestalten. „Wo etwas gemacht wird, bleibt’s erhalten“, sagt sie. Vogt denkt an Unterstützung durch die Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Schwarz kann sich auch vorstellen, Kindergärten oder Schulen mit ins Boot zu holen. Zum „Aufpeppen“ bietet er an, Materialkosten zu übernehmen und zwei Weißbinder zu bezahlen.

Ein älterer Mann mit Fahrradhelm auf dem Kopf kritisiert, dass keine Möglichkeit bestehe sein Fahrrad über die Treppen zu den Gleisen und zurück befördern zu können. Sein Vorschlag: Schienen am Rand der Treppen zu installieren, um darauf Räder und Kinderwägen entlang schieben zu können. „Wir prüfen, ob so etwas möglich ist und was das kostet“, sagt Schwarz. Von einer Rampe für Kinderwagen an den steilen Treppen rät er dagegen „wegen Unfallgefahr“ ab.

Teilnehmerin Gunhild Graf bedauert es auch, ihr Fahrrad nicht mit in den Zug nehmen zu können. Außerdem bemängelt sie fehlende Sitzmöglichkeiten auf den beiden noch aktiven Gleisen zwei und drei. Auf dem Gleis stadteinwärts fehle zudem ein Unterstand. Auch die hölzernen Handläufe an den Treppengeländern seien in einem schlechten Zustand, wird angemerkt. „Das prüfen wir“, sagt Bahn-Vertreter Schwarz. Ein Hinweisschild „in unmittelbarer Nähe des Eingangs“ zum Bahnhof will er demnächst anbringen lassen.

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