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Der Kaiserlei-Kreisel in Offenbach.

Halle Frankfurt/Offenbach

Wieder Ärger mit der Halle

Die neue Offenbacher Koalition lehnt den mit der Stadt Frankfurt besprochenen Bau einer Multifunktionshalle am Offenbacher Kaiserlei ab. Im Juni laufen dennoch Gespräche mit Investoren.

Von Timur Tinç

Ende Juni ist es so weit. Dann treffen sich die zwei interessierten Investoren – die niederländische BAM Sports sowie Lagardere Sports aus Frankfurt – für den Bau einer Multifunktionshalle am Offenbacher Kaiserlei mit den Städten Frankfurt und Offenbach zum allerersten Mal. Ein Projektsteuerer wird das Gespräch leiten. Er soll bis Herbst den Prozess voranbringen, in dem einer der beiden Investoren ausgewählt wird, der die bis zu 13 000 Zuschauer fassende Arena für Sportveranstaltungen, Konzerte und andere Großereignisse baut und betreibt.

Allerdings finden die Gespräche unter etwas belasteten Voraussetzungen statt. Die neue Koalition in Offenbach – bestehend aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern – hat den Bau der Halle abgelehnt und das auch so in ihren Koalitionsvertrag geschrieben.

„Die Halle würde auf wertvoller Offenbacher Gemarkung stehen“, erklärt Peter Freier, der Fraktionsvorsitzende der CDU. Die Stadt bräuchte aber dringend neues Gewerbe, um mehr Gewerbesteuer einzunehmen.

Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) spricht von einem „vertragswidrigen Rückzieher“ der neuen Koalition. Schließlich gebe es einen sogenannten Letter of Intent mit der Stadt Frankfurt. „Durch den Vertrag haben wir bereits 8,5 Millionen Euro als Offenbacher Anteil an der Finanzierung des Kaiserlei-Umbaus eingenommen“, erklärte Schneider jüngst im FR-Interview. Dafür könne Frankfurt im Gegenzug über Flächen aus dem Bebauungsplan 610 verfügen, wenn die Stadt Investor und Betreiber findet.

Problem Verkehrserschließung

Die Krux ist, dass – neben noch zu erwerbenden Gebäuden auf Offenbacher Seite – der Bebauungsplan für den Umbau des Kaiserlei-Kreisels noch einmal geändert werden muss, um die Halle verkehrlich zu erschließen. Der Streit um das Thema hatte die Ausschreibung, die im Februar geendet war, jahrelang verzögert. Letztlich hatte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) mit dem hessischen Verkehrsministerium ausgehandelt, dass der B-Plan noch nachträglich geändert werden kann, ohne den Umbau des Kaiserlei-Kreisels zu tangieren. Trotzdem muss die Offenbacher Stadtverordnetensammlung dem erst noch zustimmen. „Wir sehen die ganze Verkehrserschließung sehr kritisch“, sagte Freier. Es komme darauf an, wie der mögliche Investor die Halle erschließen wolle. „Wir werden sehr intensiv darüber sprechen.“

Sollte die Stadt Offenbach den B-Plan ablehnen, wäre einerseits zu klären, ob die Stadt Frankfurt Regressansprüche stellen kann. Andererseits, müsste der Investor eine neue Fläche suchen. Das könnte er auch laut der Ausschreibung. Die könnte nur auf Frankfurter Gebiet in der Nähe zum Kaiserlei sein. Die Halle wäre dann allerdings nicht mehr so gut zu erreichen, wie wenn sie auch auf Offenbacher Gemarkung stünde. Ende Juni werden alle Beteiligten vielleicht etwas schlauer sein.

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