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Seit 1984 soll der Bahnübergang zur Unterführung werden. Wann es soweit kommt, steht aber in den Sternen.

Nied

Warten auf die Unterführung

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Der Umbau des Bahnübergangs an der Oeserstraße verzögert sich weiter. „Um Jahre“, sagt die Stadt.

Der Verkehr rollt wieder. Der Bahnübergang an der Oeserstraße ist elf Tage gesperrt gewesen. Die Bahn hat Gleise instand gesetzt und Gummimatten verlegt. Die sollen die Zugfahrten ein bisschen leiser werden lassen. Die Anwohner freut’s. Autofahrer freut, dass sich seit Dienstag die Schranken wieder öffnen. „Das war ein großes Handicap, dass man nicht durchfahren konnte“, sagt Georg Diehl, Ortslandwirt und Lokalpolitiker (FDP).

Aber Moment mal, Bahnübergang, sollte der nicht mal zur Unterführung werden? Sollte er, seit 1984 ist das ein Thema. Autofahrer wie Anwohner leiden unter dem Verkehrshindernis. Manchmal bleiben die Schranken bis zu 20 Minuten geschlossen, schimpfen die Nieder. Die daraus resultierenden Staus sind legendär. Wann allerdings die Unterführung kommt, steht in den Sternen. „Das werden wir nicht mehr erleben“, unkt Diehl.

Im Boden verlaufen alte Mäander der Nidda, erklärt der Landwirt. Bei einem Straßenbau im Trog unter den Schienen hindurch müssten die Ingenieure die Wasserläufe kappen. Was unweigerlich zu Schäden an den Häuser südlich der Bahnlinie führe, sagt Diehl. Die gleichen Probleme hätten sich beim Bau der Panoramaschule an der Werner-Bockelmann-Straße ergeben. Die hätte eigentlich einen Keller bekommen sollen. „Das hat nicht funktioniert.“ Zu viel Wasser. „Man kann eben nicht immer in die Natur eingreifen“, sagt Diehl.

Stadt hält sich bedeckt

Auch die Stadt hält sich bedeckt mit Prognosen zum Baubeginn der Unterführung. Allerdings nicht wegen des Wassers. Derzeit müht sich die Stadt durch den Planungsprozess mit der Bahn. Detailfragen zum Grundwasser sind da noch gar nicht betroffen. „Solche Fragen klären die Fachleute im Rahmen der Planfeststellung“, sagt Thomas Erhart, Referent von Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Im Moment scheint nur eins klar: „Die Realisierung der Unterführung wird sich um einige Jahre verzögern.“ Erhart seufzt. Die Abstimmung mit der Bahn ist kompliziert. Da gehe es um Leit- und Sicherheitstechnik, also um Signalanlagen. Auch der Ausbau des Homburger Damms spiele eine Rolle. Das ist auf der Strecke Frankfurt – Höchst die Verbindung zwischen dem Abzweig Mainzer Landstraße und der Nordseite des Hauptbahnhofs. Auf dem eingleisigen Damm fahren Züge in beiden Richtungen. Die Bahn baut nun ein zweites Gleis, um den Verkehr besser abwickeln zu können.

Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) möchte deswegen den ebenfalls anstehenden Bau der neuen Bahnstation Nied-Ost vom Bau der Unterführung Oeserstraße abkoppeln. Bislang schien es praktisch, beides zusammen umzusetzen. Die Station hätte dann dort entstehen können, wo der Bahnübergang ist. Jetzt hofft der Dezernent, dass die Stadt wenigstens das Projekt Bahnstation in absehbarer Zeit realisieren kann.

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