Bockenheim

Wandel des Rebstockgeländes

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Die FDP diskutiert über die Zukunft des Rebstockgeländes. Anwohner wünschen sich eine bessere Anbindung an die Frankfurter Innenstadt.

„Wir möchten aus Dingen lernen, die falsch liefen und das Wissen aus Dingen nutzen, die gut verliefen“. Das sagte FDP-Landtagskandidat Sebastian Papke am Montagabend in einer von der Partei initiierten Bürgerdiskussion. Es ging um den Wandel und die Zukunft des Rebstocks. Anwesend waren vorrangig Parteimitglieder.

FDP-Ortsbeirätin Maria-Christina Nimmerfroh sagte, viele Gruppen seien an den Plänen für das Rebstockgelände beteiligt. Sie betonte, die Interessen von Wohnungssuchenden, Kleingärtnern sowie der Messe sollten berücksichtigt und miteinander in Einklang gebracht werden. Günther Pelke, ebenfalls Mitglied des Ortsbeirats 2, wohnt seit fünf Jahren im Rebstockviertel. Besonders wichtig sei seiner Meinung nach eine gute Anbindung an die Innenstadt: „Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man derzeit schlecht voran.“

Ein Hauptgrund dafür sei ein „ideologisches Verharren an der Straßenbahn“, sagte Pelke. Die 17 fahre oberirdisch und viel zu langsam. Pelke plädierte für eine Verlängerung der U5 bis zum Westbahnhof und einen ringförmigen Verlauf der Schienen. „Der Schienenverkehr verläuft in einem Sternensystem. Man muss erst in die Innenstadt fahren, um wieder heraus zu kommen.“ Neben einer besseren Anbindung wünscht sich Pelke ausreichend Grün, Frischluftschneisen und eine Lärmschutzwand am Katharinenkreisel.

Architekt Karl Richter zeigte seinen Entwurf für das Rebstockquartier. Der wurde laut Richter von Verantwortlichen des Stadtplanungsamts aus politischen Gründen abgelehnt (die FR berichtete). Als Grund dafür vermutet er zu erwartenden Widerstand seitens der Kleingärtner. „Aber es geht nicht darum, Kleingärten zu zerstören“, so Richter. Diese sollten seiner Meinung nach jedoch in weniger gut erschlossenen Stadtteilen entstehen. „Eine gute Anbindung an Wohngegenden ist wichtiger als an Kleingärten,“ so der Architekt.

In seinem Entwurf schlug Richter ein zusätzliches Parkhaus für die Messe vor, ein Park-and-Ride östlich der A5. Dieses soll das Quartier vor Autobahnlärm schützen. Zudem soll es die Stadt außerhalb der Messezeiten täglich um etwa 20 000 Autofahrten entlasten. Wie die Messe dazu steht, ist noch nicht bekannt.

Nimmerfroh betonte: „Um optimal zu planen, muss man nicht nur den Rebstock, sondern die ganze Stadt betrachten.“ Ein Anwesender stimmte ihr zu: „Wir brauchen einen Generalplan für die Stadt.“ Richter sagte: „Eine langfristige Planung fällt leider oftmals der kurzfristigen Sichtweise einer Regierungsperiode zum Opfer.“

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