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Das veränderte Graffito am Klapperfeld.

Klapperfeld in Frankfurt

FDP verändert Graffito am Klapperfeld

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Die Frankfurter Freidemokraten verändern ein polizeikritisches Graffito an der Wand des autonomen Zentrums Klapperfeld im Gerichtsviertel in Frankfurt.

Eigentlich hat sich nicht viel verändert an der Wand des autonomen Zentrums Klapperfeld im Gerichtsviertel. Der Spruch, der jetzt dort steht („Niemand muss radikal sein“), ist so zutreffend wie die Aussage, die zuvor an der Fassade stand („Niemand muss Bulle sein“). Die Umstände, wie aus dem Wort „Bulle“ der Begriff „radikal“ wurde, sind allerdings bemerkenswert. Verantwortlich dafür sind nämlich bekannte Frankfurter FDP-Mitglieder.

Über den Spruch „Niemand muss Bulle sein“, der aus einem Lied der Band „Feine Sahne Fischfilet“ stammt, regt sich die FDP schon länger auf. Ihrer Meinung nach ist ein solches Graffito gerade im Gerichtsviertel eine Zumutung. Am Donnerstag griffen Katharina Schreiner und Maria-Christina Nimmerfroh zum Pinsel, und aus „Bulle“ wurde „radikal“. Nimmerfroh ist Direktkandidatin der FDP für den Landtag, Schreiner ist eine Nachwuchshoffnung der FDP, die bei der Bundestagswahl ein sehr beachtliches Ergebnis erzielt hatte. Begleitet wurden die beiden Frauen von Uwe Schulz, rechtspolitischer Sprecher der FDP im Römer. Wobei der Stadtverordnete nur am Rand stand, weil er „handwerklich gar nichts kann“, wie er der FR sagte. Oder vielleicht auch, weil er als Anwalt weiß, dass die Aktion den Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllen könnte? Nein, sagt Schulz, die Wand sei ja geradezu ein „Forum für Graffiti“, von einer strafbaren Handlung sei nicht auszugehen.

Derweil heißt es von der Initiative „Faites votre jeu!“, die das Klapperfeld betreibt, die FDP beschwöre auf ihren Plakaten das „Gesetz des Staates“, nehme es aber auf den Straßen selbst in die Hand. Die Gruppe freue sich aber, dass auch die Freidemokraten zivilen Ungehorsam für notwendig und legitim hielten. Man werde die FDP an dieses „probate Mittel“ erinnern – „ob bei Naziaufmärschen, beim nächsten G20-Gipfel oder bei einer Verschönerung ihrer Bürofassade“. 

Am Freitag gab es dann die nächste Veränderung des Spruchs. Vor dem Wort „radikal“ klebte ein Aufkleber mit der Aufschrift „markt“.

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