Städtische Bühnen in Frankfurt

Uneins über künftige Spielstätte

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Mitglieder des Kulturausschusses des Frankfurter Stadtparlaments befassen sich mit dem Standort der städtischen Bühnen.

Viel Gesprächsbedarf über die Zukunft der städtischen Bühnen gab es im Kulturausschuss am Donnerstagabend. Dabei herrschte viel Uneinigkeit über den zukünftigen Standort von Schauspiel und Theater. 

Michael Guntersdorf, Chef der neuen städtischen Stabsstelle Bühnen, bekräftigte zunächst den angestrebten Zeitplan, wonach ein Prüfungsergebnis im kommenden Jahr nach der Sommerpause feststehen werde. Zudem müsse man den Geldverbrauch der Lebensdauer gegenüberstellen. Wichtig sei, dass die Bühnen auch funktionell zukunftsfähig würden. Er versprach den Ausschussmitgliedern, alle Wahrheiten preiszugeben, die bei der Prüfung entdeckt würden.

Bei der Standortfrage erklärte Thomas Dürbeck (CDU), dass er sich durchaus beide Institutionen am Osthafen vorstellen könne. Wovor der Christdemokrat aber dringend warnte, war eine Interims-Lösung und eine Sanierung des derzeitigen Gebäudes. „Im Zweifel muss die Feuerwehr mit dem Schlauch neben der Bühne stehen“, damit der Betrieb so lange wie möglich aufrecht erhalten werden könne, sagte Dürbeck. Wogegen er sich ganz klar aussprach, war ein Aufbau des Hauses im Stile von 1902.

Damit stieß er ins selbe Horn wie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Sie sagte, eine solche Option sei Unsinn, und erklärte, dass man überlegen müsse, an welche Tradition man anknüpfe und mit welcher man breche. Eine Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts brauche eine andere Erscheinungsform. Hartwig sagte auch, dass sie sich eine geteilte Lösung vorstellen könne, aber der beiden Spartes müsse auf jeden Fall am Willy-Brandt-Platz bleiben.

Die Aufteilung auf zwei Standorte – Willy-Brandt-Platz und vielleicht Osthafen – favorisierte auch Mathias Mund von den Bürgern für Frankfurt. „Ich sehe es als Chance, um die städtebauliche Entwicklung voranzutreiben.“

Keine Zugeständnisse wollte Michael Müller (Linke) machen. Er forderte eine vollumfängliche Erhaltung des Standortes, also mit Oper und Theater am Willy-Brandt-Platz. „Der jetzige Standort ist ein Wert an sich, der von den Menschen geschätzt wird“, sagte Müller.
Sebastian Popp von den Grünen schloss eine kurzfristige Interimslösung bei einer Sanierung nicht aus. Eine jahrelange Zwischenlösung sei nicht vorstellbar.

Renate Wolter-Brandecker (SPD) machte deutlich, dass sie sich eine Lösung am jetzigen zentralen Standort wünsche. Dann müsse der Raum aber auch einladend und von der Bevölkerung nutzbar sein.

Stefan von Wangenheim (FDP) mahnte die Ausschussmitglieder, man solle an einem Strang ziehen. Mit den verschiedenen Standorten entferne man sich aber schon wieder davon. Er selbst favorisiere den Willy-Brandt-Platz.

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