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Uwe Eisenmann ist übers gute Abschneiden erfreut.

Kommunalwahl in Frankfurt

Stimme der Bürger

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Die Initiative Frankfurt-West bekommt im neuen Ortsbeirat 6 einen Sitz. Ansonsten ist das Gefüge in dem Gremium weitgehend gleich geblieben. Die CDU ist weiter stärkste Fraktion.

Im Ortsbeirat 6 gibt es nach der Wahl personelle Veränderungen. Das Gefüge bleibt aber weitgehend gleich. Die CDU ist stärkste Fraktion mit sechs Sitzen, statt sieben. Die SPD bleibt bei fünf Sitzen. Die Grünen entsenden zwei statt drei Vertreter, dafür verdoppelt sich die Linke auf zwei Politiker. FDP, „Republikaner“ und BFF behalten ihren Sitz.

Da ist aber noch die Initiative Frankfurt-West. Das Quartett um Uwe Eisenmann ist auf der Liste der Freien Wähler angetreten. Acht Wochen nach der Gründung, quasi aus dem Stand, hat Frankfurt-West mehr als 10 000 Stimmen geholt und damit einen Sitz im Ortsbeirat. Den erhält Uwe Eisenmann, der noch ein bisschen perplex ist. „Wir haben in den vergangenen Wochen viel gelernt“, sagt der 51-Jährige. Über Politik und Bürokratie. Und gegenseitig kennenlernen musste sich die Gruppe auch erst.

Die Freien Wähler hatten zu wenig Vertreter für die Liste, erklärt Eisenmann. Er sei aber sofort angetan gewesen, als man ihn ansprach. „Das war schon lange mein Ziel“, sagt er – das Zusammenleben der Menschen im Frankfurter Westen mitzugestalten. Eisenmann ist auch nicht gerade ein Typ, der lange zaudert. Der Geschäftsmann hat Design studiert an der Hochschule in Offenbach. Kaum fertig hat er sich selbständig gemacht, im Textildruck. „Ich dachte, ich probiere es einfach mal. Nun floriert sein Unternehmen seit 28 Jahren.

Vor etwa zehn Jahren ist er erstmals mit dem Ortsbeirat in Berührung gekommen. Da ging es um Verkehrsberuhigung im Lindenviertel, in seiner Straße. „Ich fand das sehr beeindruckend, dass da Leute sind, die sich meines Problems annehmen, die wissen, wen man ansprechen muss.“ Da hatte er noch nicht die Zeit, sich selbst politisch zu engagieren. Inzwischen sind die Kinder aber aus dem Haus.

Auf neue Medien gesetzt

Einer bestimmten Partei oder Ideologie fühlt sich Eisenmann nicht zugehörig. „Ich möchte nicht nach Parteiraison entscheiden, sondern nach meinem Menschenverstand.“ Da komme ihm entgegen, dass die Freien Wähler der Initiative keine Vorgaben gemacht hätten. Schon gar nicht seien sie im Westen rechtslastig, wie oft befürchtet werde. Die Klientel mit Hang zum Populismus sei in der BFF-Liste untergekommen. Geblieben seien „die normalen Leute, die sich für ihren Stadtteil einsetzen“.

Um die große Politik geht es Eisenmann ohnehin nicht. Das Thema Flüchtlinge etwa könne man auf lokaler Ebene gar nicht verhandeln. Eisenmann versteht darum nicht, warum viele Wähler offenbar versucht hätten, „der Berliner Politik eins auszuwischen. Das macht keinen Sinn.“

Im Wahlkampf hat Frankfurt-West hauptsächlich auf die neuen Medien gesetzt. „Mein Gesicht gab’s nicht auf einem Plakat“, sagt Eisenmann zufrieden. Der Frankfurt-West-Facebookseite folgen bereits 706 Leute – das ist deutlich mehr als andere Parteien im Ortsbeirat vorweisen können. Der Vorteil: Auf diese „Internetgemeinschaft“ könne die Initiative nun zurückgreifen.

Eisenmann möchte den virtuellen Zuspruch in die reale Welt transportieren. In einem monatlichen Treffen soll ein Forum für die Bürger entstehen, bei dem sie sich einbringen können. Ohne bei einer Partei Mitglied werden zu müssen. Die Leute müssten nicht einmal regelmäßig zu den Treffen kommen. Ein paar Ideen hat Eisenmann bereits gesammelt. In Sossenheim etwa gibt es noch keinen offenen Bücherschrank. Das sei zwar schon lange im Gespräch, aber passiert sei noch nichts. Der VfB Unterliederbach benötige auch noch immer einen zweiten Kunstrasenplatz. In Sindlingen wiederum gebe es Parkplätze, die derzeit nicht nutzbar seien, weil zu ungepflegt.

Der erste Gedankenaustausch der Initiative Frankfurt-West ist am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, im Gasthaus Zum Schwan, Schlossplatz Höchst.

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