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Protest kommt von Jung und Alt: Kleingärten und der Abenteuerspielplatz sollen weichen.

Frankfurt-Nordend

Rücksicht auf der Straße, soziale Mischung im Viertel

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Die Planungen zum Innovationsquartier im Frankfurter Nordend werden die nächsten Jahre im Ortsbeirat dominieren. Die Parkplatznot im Viertel bleibt ein Dauerthema.

Bereits in den letzten Wochen des aktuellen Jahres war das geplante Innovationsviertel zwischen Günthersburgpark, Wasserpark und Bornheimer Friedhof omnipräsent im Ortsbeirat – dabei gibt es noch keine konkreten Pläne. Die will Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) Anfang des Jahres vorstellen.

Zwar haben sich alle Fraktionen dafür ausgesprochen, Kleingärten sowie Abenteuerspielplatz und Frischluftschneise erhalten zu wollen, doch Grüne, CDU, SPD und FDP lehnen eine Bebauung nicht grundsätzlich ab. Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, bereits versiegelte Flächen entlang der Friedberger Landstraße und beim Amt für Straßenbau und Erschließung zu bebauen und „ergebnisoffen“ den Standort unter ökologischen Kriterien zu diskutieren. Der Abenteuerspielplatz solle „möglichst“ erhalten werden.

Die Nordend-SPD will über bereits versiegelte Flächen reden, wenn es konkrete Pläne gibt. „Ein Reihenhaus dort ist nicht störend, ein zehngeschossiges Haus aber schon“, sagt der Fraktionsvorsitzende Rüdiger Koch. Die Partei wolle keine Vorab-Vorschläge machen, sondern die vorgestellten Planungen diskutieren.

CDU und FDP unterstützen den Bau des Viertels. „Wir müssen den Druck vom Wohnungsmarkt nehmen“, sagt Rainer Krug (CDU). Die Kaltluftschneise müsse erhalten bleiben, „aber wir brauchen dort Wohnbebauung. Ob das in dem Umfang sein muss wie 2012 angedacht, das bezweifel ich.“ Die FDP hält einen fairen Interessenausgleich für notwendig: „Gegebenfalls müssen neue Kleingartenquartiere an anderen Standorten aufgebaut werden“, heißt es im Programm. Die Liberalen wollen eine „Grüne Lunge“ auf der ehemaligen Trasse des Alleentunnels. Ökolinx ist gegen das Viertel, der Abgeordnete Manfred Zieran hat sich der Bürgerinitiative „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ angeschlossen: „Schon aus sozialen Gründen kann ich das nicht gutheißen“, sagt er.

Um Wohnraum geht es auch auf dem Areal des Marienkrankenhauses. Grüne und SPD betonen, dass bei beiden Projekten mindestens 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehen muss. „Was der Stadt am meisten fehlt, ist preiswerter Wohnraum, auch in innerstädtischen Quartieren“, sagt Koch. Ökolinx möchte deshalb Mieterinitiativen stärken. Die FDP hingegen hält Mechanismen wie die Milieuschutzsatzung für kontraproduktiv.

Im Zusammenhang mit der Bebauung des Marienkrankenhaus-Areals will sich die CDU auch für eine weitere Quartiersgarage einsetzen. Unterstützung gibt es hier von der FDP. „In Sachen Parkplatzwegfall herrscht Intransparenz“, sagt Krug. Die FDP bezeichnet die Reduzierung der wenigen Parkplätze als „nicht hinnehmbar“ – auch zum Schutze der Einzelhändler im Viertel.

Während Grüne und Ökolinx keine Parkplätze errichten, sondern Anreize schaffen wollen, auf Fahrrad und ÖPNV umzusteigen, akzeptiert die SPD Autos, die gebraucht werden. „Dafür muss es Parkmöglichkeiten geben und wenn sich geeignete Plätze für Quartiersgaragen finden, sollten wir sie nutzen, damit es auf den Straßen geordneter wird.“

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