Höchst

Rätselraten um Klinikneubau

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Der Bauantrag für ein neues städtisches Krankenhaus in Höchst wird wahrscheinlich nicht in diesem Jahr eingereicht. Die Kosten waren zuletzt von 200 Millionen auf 240 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig steht in der Kritik.

Der Chef der CDU-Fraktion im Römer, Michael zu Löwenstein, hat am Dienstag bestätigt, dass der Bauantrag für ein neues städtisches Krankenhaus in Höchst möglicherweise nicht wie geplant noch in diesem Jahr eingereicht wird. Es gebe weiter Beratungsbedarf. Eine Frankfurter Zeitung hatte berichtet, dass die schwarz-grüne Koalition wegen des immer teurer werdenden Neubaus „vor der Zerreißprobe“ stehe. Dies wurde von zu Löwenstein dementiert. „Die Koalition wackelt überhaupt nicht.“ Allerdings müsse man sich ein Objekt dieser Größenordnung „genau anschauen“.

Die Kosten für den Neubau waren zuletzt von rund 200 Millionen auf 240 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Als Gründe wurden neben einer allgemeinen Kostensteigerung vor allem eine dramatische Verteuerung bei den technischen Geräten angegeben, die für die medizinische Ausstattung benötigt werden. Zuletzt hatte sich die Zentrale Errichtungsgesellschaft (ZEG) des Klinikums gemeinsam mit externen Experten auf die Suche nach Einsparpotenzialen gemacht. Wie aus dem grünen Gesundheitsdezernat kürzlich verlautete, sei die Suche abgeschlossen, Zahlen aber wurden nicht genannt.

Privatisierung befürchtet

Mit welchen Kosten jetzt aktuell gerechnet werden muss, wollte zu Löwenstein nicht sagen. Auch zu der Frage, ob die Kosten nennenswert gesenkt worden oder vielleicht erneut gestiegen seien, wollte sich der Politiker nicht äußern. Fest steht, dass es bei der geplanten Passivbauweise bleiben wird. Damit sei „kein hoher Mehraufwand“ verbunden. Wann Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig den Bauantrag einreichen wird, blieb am Dienstag offen. Ursprünglich war der 22. Dezember ins Auge gefasst worden. Selbstverständlich wolle man „zeitnah und schnell“ entscheiden, sagte zu Löwenstein. Aber es gebe „keinen Zwang“, den Bauantrag noch in diesem Jahr einzureichen.

„Wer den Beginn des Neubaus weiter verhindert, will eigentlich kein kommunales Krankenhaus in Höchst mehr“, so die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Dominike Pauli. Sie warnte vor einem Ausstieg der Kommune aus der Trägerschaft: „Mit den weiteren Verzögerungen und den steigenden Kosten liefert die CDU selbst die Argumente, um dann sagen zu können, die hohen Kosten seien nicht mehr tragbar und das Klinikum muss an einen privaten Investor verscherbelt werden“, orakelte Pauli. Alle Beteuerungen von CDU und Grünen für den Erhalt als Haus der Maximalversorgung in kommunaler Trägerschaft würden „immer unglaubwürdiger“.

Die FDP-Fraktion sieht den angestrebten Zusammenschluss mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises gefährdet. Es dränge sich die Frage auf, „ob die Verhandlungen mit dem Main-Taunus-Kreis unter den jetzigen Bedingungen überhaupt zu einem Erfolg führen können“, so der gesundheitspolitische Sprecher Gert Trinklein. Heilig scheine die Kontrolle über das Vorhaben „vollständig verloren“ zu haben. Der Klinikneubau rückt nach Einschätzung der FDP „in weite Ferne“, obwohl der Altbau „stark sanierungsbedürftig“ sei.

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