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Der Kaiserleikreisel soll umgebaut werden.

Kaiserlei

Weg für Multifunktionsarena ist frei

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Die CDU-Fraktionen von Frankfurt und Offenbach unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich zum Bau einer für 14 000 Menschen ausgelegten Arena bekennen. Die Frankfurter haben dafür Zugeständnisse gemacht.

Der Streit zwischen Frankfurt und Offenbach über den geplanten Bau einer Multifunktionsarena im Kaiserleigebiet scheint beigelegt. Die Bedenken der Regierungskoalition in Offenbach seien nach intensiven Gesprächen ausgeräumt worden. Das Millionenprojekt könne nun vorangetrieben und die Ausschreibung der Multifunktionshalle fortgeführt werden, erklärte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) gestern bei einer Pressekonferenz, an der neben Offenbachs Stadtkämmerer Peter Freier (CDU) die CDU-Fraktionsvorsitzenden von Frankfurt und Offenbach, Michael zu Löwenstein und Roland Walter, teilnahmen.

In einer gemeinsamen Erklärung bekennen sich die beiden Fraktionschefs zum Bau der für 14 000 Menschen ausgelegten Arena für Sportveranstaltungen, Konzerte und Events, die von einem privaten Investor gebaut und betrieben werden soll. Damit ist das apodiktische Nein im Koalitionsvertrag des Offenbacher Bündnisses von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern zu der Halle wohl vom Tisch. Ermöglicht wurde die Annäherung der beiden Nachbarstädte in puncto Multifunktionsarena aber nicht nur durch die erste gemeinsame Sitzung beider Fraktionen seit mehr als 20 Jahren, die am Mittwoch in Offenbach stattfand.

Vielmehr dürften Zugeständnisse der Frankfurter CDU an die Offenbacher Kollegen eine Rolle gespielt haben. In der Erklärung verspricht die CDU, dass der planfestgestellte Ausbau des Kaiserleikreisels zu einer Kreuzung durch das Projekt nicht gefährdet wird und durch eventuell später notwendige Umplanungen oder den Bau zusätzlicher Fahrstreifen zur Erschließung der Arena Offenbach keine weiteren Kosten entstehen werden. Außerdem soll es ein schlüssiges Konzept für die Verkehrsanbindung der Halle geben.

Eingegangen wurde auch auf einen weiteren Kritikpunkt der Offenbacher. Diese hatten befüchtet, dass auf ihrer Gemarkung nur Parkplätze entstünden, es also keine Gewerbesteuereinnahmen gebe, während die Halle auf Frankfurter Gebiet geplant werde. Frank kündigte an, Einnahmen aus Steuern und Parkgebühren würden „gerecht“ aufgeteilt. Freier sprach von einer „neuen Qualität in der Partnerschaft beider Städte“. Die Absichtserklärung ist zwar bislang nur von der CDU unterschrieben, aber Löwenstein und Walter zeigten sich optimistisch, dass die Koalitionspartner die gefundene Lösung mittragen werden.

In der Erklärung heißt es, das interkommunale Projekt sei ein wichtiger Baustein für das Zusammenwachsen beider Städte am Main und identitätsstiftend für die Region. Beide Kommunen stellen dafür ein jeweils 20 000 Quadratmeter großes Grundstück am westlichen Ende des Kaiserlei-Gebietes zur Verfügung. Darüber hinaus wollen sie sich nicht finanziell engagieren. Das heißt, die Investoren müssen das Vorhaben alleine finanzieren.

Für Bau und Betrieb der bis zu 150 Millionen Euro teuren Arena gibt es zwei Interessenten: die Anschutz Entertainment Group, die in Berlin und Hamburg große Hallen betreibt, und das französische Unternehmen Lagardère Sports, das Anteile an der Betreibergesellschaft der Frankfurter WM-Arena hält. Beiden Bieterkonsortien seien die Offenbacher Positionen verdeutlicht worden, sagte Frank. Nach seinen Worten wird in den nächsten Monaten die Entscheidung für einen der beiden Bewerber fallen.

Walter wie auch Freier sprachen von einem „erheblichen Informationsdefizit“, für das sie Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), einem Befürworter der Halle, die Schuld gaben. Dieser habe zu offenen Fragen nie Auskunft gegeben.

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