Landesticket nicht für alle Ehrenamtler

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CDU schlägt Vergünstigung für 19 000 Ehrenamtliche vor. Das hält die Opposition für ungerecht.

Die hessische CDU möchte Ehrenamtliche mit einem kostenlosen Landesticket versorgen. Doch der Vorschlag von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sorgte am Donnerstag im Hessischen Landtag für Ärger. 

Denn das Landesticket für den RMV soll nur jenen Ehrenamtlichen zugutekommen, die eine Ehrenamts-Card des Landes besitzen. Das sind nach Angaben von CDU-Generalsekretär Manfred Pentz derzeit 19 000 Menschen. 

Der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph beklagte, damit würden Hunderttausende von ebenfalls ehrenamtlich Tätigen ausgegrenzt. Bouffiers Vorschlag unterteile die Menschen in ehrenamtlich Tätige erster, zweiter und dritter Klasse. Nach Rudolphs Zahlen gibt es in Hessen 130 000 Ehrenamtliche im Sport, 75 000 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und –frauen sowie 75 000 Ehrenamtliche in den Jugendverbänden. 

FDP und Linke teilten die Kritik der SPD. Der FDP-Abgeordnete Stefan Müller sagte: „Nach unserer Auffassung ist jedes Ehrenamt, unabhängig von der Stundenzahl, die dafür aufgewendet wird, gleich viel wert.“ 

Der Linken-Politiker Jan Schalauske fügte noch die Sorge hinzu, das Engagement könne dazu missbraucht werden, öffentliche Aufgaben auf die Schultern der Ehrenamtlichen abzuwälzen.

Die Grünen sehen in einem Landesticket für Ehrenamtler einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem „Bürgerticket“, mit dem alle Hessen für 365 Euro im Jahr Bus und Bahn fahren können. Welche Rolle die Ehrenamts-Card dabei spielen solle, „können wir gern alle miteinander beraten und gemeinsam zu guten Lösungen kommen“, schlug die Grüne Eva Goldbach vor.

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