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Mitglieder des SPD-Ortsvereins Gallus hängen die lächelnden Kandidaten auf.

Politik

Lächelnde Kandidaten

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    Christoph Manus
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Der Endspurt zur Bundestagswahl beginnt. Hunderte Helfer kleben Plakate in der Stadt.

Es ist ein Wahlkampf der Rekorde. Noch nie haben die Parteien in einer Bundestagswahlkampagne in Frankfurt so viele Plakate angekündigt. Allein die Sozialdemokraten wollen bis zum 24. September 9000 im Stadtgebiet kleben, darunter 2000-mal ihren Spitzenkandidaten Martin Schulz. Am gestrigen Sonntag war es so weit: Vom Morgengrauen an durfte die Wahlwerbung im öffentlichen Raum angebracht werden.

Der Appell der Freien Wähler (FW), auf Plakate zu verzichten: Er verhallte bei der politischen Konkurrenz ungehört. Unzählige Helfer schwärmten aus. „Wir bringen einige Hundert Leute auf die Straße“, sagte stolz CDU-Kreisgeschäftsführer Michael Stöter. 2500 Motive auf Plastikfolie und 2000 auf Pappe sind geplant. Dazu kommen 120 Werbegroßflächen im Stadtgebiet. Auf ihnen wird vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr strahlendes Lächeln zeigen: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, heißt ihr Angebot an die Menschen. 90 Prozent der Werbung bezieht die Frankfurter CDU von der Bundeszentrale in Berlin, den Rest steuern die Kandidaten bei. Für Veranstaltungen und Infostände gibt dann die Frankfurter Partei noch einmal 50 000 Euro aus eigener Kasse aus.

SPD-Unterbezirksgeschäftsführer Andreas Heusinger von Waldegge verkündete, ebenfalls mit stolzem Unterton: „So viele Plakate hatten wir noch nie!“ Spitzenkandidat Schulz ist wie Merkel lächelnd zu sehen mit seinem Motto „Die Zukunft braucht Ideen“.

Zusätzlich bekleben die Sozialdemokraten 350 Dreiecksständer für die Trottoirs und 350 Flächen in einer Größe von DIN-A1. Hinzu kommen 80 Großplakate. Am Sonntag mobilisierte die Partei 350 Helferinnen und Helfer aus den Ortsvereinen zum Kleben. Der Hof der Parteizentrale auf dem Grundstück Fischerfeldstraße 7 in Frankfurt war mit Werbematerial zugestapelt. Auch die SPD bezieht einen großen Teil ihrer Reklamemittel von der Bundeszentrale, dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Für eigene Aktivitäten kann der Unterbezirk 50 000 Euro ausgeben.

Auch die Grünen stecken etwa 50 000 Euro in den Bundestagswahlkampf, wie Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff sagt. Das sei etwa so viel wie 2013, als allerdings am selben Tag Bundestag und Landtag gewählt wurden. 25 Großplakate zu den Themen Europa, Umwelt, Klimawandel, Chancengleichheit und Integration sollen in Frankfurt zu sehen sein.

Hinzu kommen 1000 Plakate im Format A0 und 2600 im Format A1. Nur auf diesen kleinsten Plakaten stellen die Grünen ihre Kandidaten in den Vordergrund. Die Direktkandidaten Jessica Purkhardt und Omid Nouripour sowie die Spitzenkandidaten der Partei, Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir sind darauf zu sehen. Die FDP will 110 Großplakate im Maß 3,60 mal 2,50 Meter kleben und 5000 DIN-A1-Plakate. Allein jeweils 1500-mal werden die Direktkandidatinnen Nicola Beer und Katharina Schreiner im Frankfurter Stadtgebiet zu sehen sein. Auf den Plakaten mit Beer soll das Thema Bildung, auf denen mit Schreiners Konterfei das Digitale im Vordergrund stehen. 2000 Plakate zeigen Parteichef Christian Lindner mit Aussagen zu Sicherheit und Wirtschaft. Im Metropolis und im Berger Kino lässt die Frankfurter FDP Wahlwerbespots für ihre Partei schalten. 50 000 Euro lässt sie sich den Wahlkampf kosten.

Deutlich weniger Budget hat der Kreisverband der Linken zur Verfügung. Kreisgeschäftsführer Steffen Merte spricht von 15 000 bis 20 000 Euro. Höchstens 15 Großplakate der Linken sollen zu sehen sein, dafür immerhin 5000 Plakate im Format DIN-A1.

Mit acht verschiedenen bundespolitischen Forderungen will die Partei für sich werben und einer auf Frankfurt bezogenen zum Thema Fluglärm. Auch ihre Spitzenkandidaten werden zu sehen sein. Anders als FDP und Grüne verzichtet die Linke jedoch auf Plakate mit ihren Direktkandidaten.

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