+
"NaturNotizen" - eine Performance im Frankfurt LAB

Frankfurt LAB

Kulturprojekt steht auf der Kippe

  • schließen

Das Frankfurt LAB sucht dringend einen Finanzier, der die Miete für die Hallen auf dem Gelände Schmidtstraße 12 zahlt. Die Stadt will kein Geld geben. Sie hofft, dass der Kulturfonds Frankfurt RheinMain die Miete für eine bestimmte Zeit finanziert.

Für die Stadt Frankfurt ist das Frankfurt LAB ein internationales Aushängeschild – das „Experimentierfeld für die künstlerische Moderne“, wie sich die Institution selbst nennt. Renommierte Partner wie das Ensemble Modern, die Forsythe Tanz Company, die Musikhochschule oder das Künstlerhaus Mousonturm nutzen die Hallen auf dem Gelände Schmidtstraße 12 für die Entwicklung neuer Produktionen. Doch jetzt steht die privatwirtschaftliche Initiative auf der Kippe. Es muss dringend ein Finanzier gefunden werden, der künftig die 250 000 Euro Jahresmiete bezahlt.

Am Donnerstagmorgen tritt der Kulturausschuss des Kulturfonds Frankfurt RheinMain zur entscheidenden Sitzung zusammen. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), der Mitglied des Gremiums ist, will dafür kämpfen, dass „man zumindest eine Übergangslösung für das Frankfurt LAB findet.“

Dezernent verhandelt

Das soll heißen: Der Kulturfonds könnte die Miete für eine bestimmte Zeit finanzieren. Allerdings ist beim Frankfurter Kulturdezernenten auch Zurückhaltung spürbar. „Es war nie vorgesehen, dass die öffentlichen Hände das Frankfurt LAB fördern“, sagt der CDU-Politiker. Im übrigen unterstütze der Kulturfonds immer nur einzelne, zeitlich befristete Projekte – aber eigentlich nicht dauerhaft Institutionen.

Semmelroth hat bereits mit dem Eigentümer des Geländes an der Schmidtstraße, dem renommierten Werber Jürg Leipziger, verhandelt. Er konnte erreichen, dass die Kündigungsfrist für den Mietvertrag des Geländes über den 31. Juli hinaus bis zum Jahresende verlängert wird.

Auch bisher sind schon Zuschüsse aus dem Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main für das Frankfurt LAB geflossen. „Ohne Kulturfonds gäbe es das LAB nicht mehr“, so Semmelroth. Dem Kulturfonds gehören das Land Hessen, die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Hanau sowie der Hochtaunus- und der Main-Taunus-Kreis als Gesellschafter an.

Auch Publikumsmagnet

Kategorisch weist der Kulturpolitiker die Forderung zurück, die Stadt Frankfurt selbst solle Geld für das LAB zur Verfügung stellen. „Wir haben einen beschlossenen städtischen Doppelhaushalt 2015/2016“, argumentiert der Stadtrat, „und ich kann schlecht einer anderen Einrichtung Mittel entziehen“.

Die kulturpolitische Sprecherin der FDP im Landtag, Nicola Beer, appelliert an Land und Stadt Frankfurt, das LAB zu retten. „Das innovative Konzept zieht nicht nur Künstler von Weltruf an, sondern ist auch Publikumsmagnet.“ Hier habe sich ein Ort etabliert, „der für junge Künstler eine echte Alternative zur Berliner Szene ist.“

Die fehlenden 250 000 Euro stellten also „eine Zukunftsinvestition“ dar. Den Geldhahn zuzudrehen, weil keiner der Beteiligten eine solide Dauerfinanzierung wolle, sei „eine Provinzposse“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare