Frankfurt-Nordend

FDP für "kreative Lösung" bei Friedberger Landstraße

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Vor der Wahl hatte die FDP eine Fahrradspur auf der Friedberger Landstraße noch kategorisch abgelehnt. Nach der Wahl geben sich die Liberalen plötzlich deutlich geschmeidiger.

Vor der Landtagswahl in Hessen haben die Freidemokraten noch auf der Friedberger Landstraße demonstriert und gefordert: „Die Friedberger Landstraße muss zweispurig bleiben“. Nun gibt es einen Sinneswandel. Die FDP im Römer setzt sich mittlerweile für eine „kreative Lösung“ ein.

Wie aus einem aktuellen Antrag hervorgeht, soll die Friedberger Landstraße nach dem Willen der FDP eine von vier Fahrspuren verlieren. Drei Spuren sollen dem Autoverkehr vorbehalten bleiben. Auf der vierten Spur sollen Radfahrer fahren, wie die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn mitteilte.

Hintergrund sind Pläne des Verkehrsdezernats, die Friedberger Landstraße über die Kurt-Schumacher-Straße hinweg zu einer Fahrrad-Achse in Nord-Süd-Richtung zu gestalten. Dafür hatte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ausgesprochen, unterstützt von der SPD und den Grünen im Römer. Konkret schlägt Oesterling im ersten Schritt einen Radweg zwischen Matthias-Beltz-Platz und Friedberger Tor vor; die Radfahrer sollen jeweils auf der rechten Fahrspur fahren.

Zuletzt wurde auf Vorschlag der Unfallkommission eine kurzer Radstreifen am Börneplatz markiert. Dort war Anfang August ein Radfahrer auf der Kurt-Schumacher-Straße tödlich verunglückt.

Die CDU im Römer blockiert allerdings eine schnelle Markierung der Radroute entlang der Friedberger Landstraße durch das Amt für Straßenbau- und Erschließung. Sie fordert eine Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung - das zieht sich in der Regel hin.

Die FDP schlägt nun mit der dreispurigen Variante einen Kompromiss vor. Der Autoverkehr soll morgens zwischen 5 und 12 Uhr, also in der Berufsspitze und darüber hinaus, auf zwei Fahrspuren stadteinwärts rollen. Ab dem Nachmittag und am Abend soll sich diese Situation umkehren - zwei Spuren würden die Fahrzeuge aus der Stadt hinaus führen. Ampeln sollen den Verkehrsfluss regeln. Diesen Vorschlag habe die Taxi-Vereinigung Frankfurt zuvor unterbreitet. Die Straßenbahn soll demnach durch Transponder und Induktionsschleifen in den Betrieb mit wechselnden Fahrspuren integriert werden.

Einen Wegfall von zwei Spuren lehnen die Freidemokraten nach wie vor ab, dies würde zu „Belästigungen durch Ausweichverkehr in den umliegenden Wohnvierteln führen“, heißt es.

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