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Christian Zeis (FDP) feiert und wird gefeiert.

Christian Zeis in Frankfurt

Happy Birthday Christian Zeis

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Der Frankfurter FDP-Politiker Christian Zeis wird 90 Jahre alt. Sein Herzblut fließt bis heute für die Kultur und insbesondere für die Museen in Frankfurt.

Es war Ende 1981, als Christian Zeis zum ersten Mal bundesweit auf sich aufmerksam machte. Der Frankfurter Werbekaufmann, der in der DDR geboren worden war, gehörte zu den Wortführern in der hessischen FDP, die dafür warben, auf Bundesebene endlich die Koalition mit der SPD zu verlassen und zur CDU überzulaufen. Da wurde mit harten Bandagen gekämpft. Der „Spiegel“ zitierte Zeis mit den Worten: „Wir sind keine Verschwörer, und wir machen keine Leute tot.“

Viele Mittelständler konservativer Prägung wie Zeis traten damals in die FDP ein und versuchten, den Kurs zu verändern, weg von der sozialliberalen Politik. 1982 war es dann so weit: Die FDP schwenkte auf Bundesebene zur CDU und machte die Wahl des Bundeskanzlers Helmut Kohl möglich. In Frankfurt stieg der FDP-Rechte Zeis zum Kreisvorsitzenden auf und blieb es bis 1985.

Am heutigen Samstag feiert der Kulturpolitiker seinen 90. Geburtstag und blickt auf mehr als 70 Jahre Mitgliedschaft in der FDP zurück. Er hatte in der DDR eine Buchhändlerlehre absolviert. Durch das Studium von Kant und Voltaire sei er Liberaler geworden, hat er einmal erzählt. Danach hatte er als Journalist gearbeitet, aber die Unterdrückung des freien Wortes im anderen deutschen Staat bald nicht mehr ausgehalten. 1961 war er über die Grenze nach Frankfurt am Main geflohen. Es sind diese Erfahrungen der Unfreiheit, die den gebürtigen Dresdener für sein Leben geprägt haben. Sein Herzblut fließt bis heute für die Kultur und insbesondere für die Museen in Frankfurt. Von 1968 bis 1980 war er Stadtverordneter. Bald darauf flog die FDP aus dem Stadtparlament und blieb lange draußen.

Das Engagement von Zeis konnte das nicht mindern. Da er oft kein Blatt vor den Mund nahm, schuf er sich in der Partei allerdings auch viele Feinde. Das hat die große Karriere in der FDP am Ende verhindert. Bis 2001 saß der Inhaber einer PR-Agentur noch im hessischen Landesvorstand, dann zog er sich zurück.

Am 25. Juli von 18 Uhr an würdigt die hessische FDP den Streitbaren mit einem großen Empfang im Historischen Museum. Als Festredner wird der frühere Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt erwartet. 

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