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Die neue Frankfurter Altstadt wird offiziell im September eröffnet, ist aber bereits Anfang Mai für jeden zugänglich.

Römer

Frankfurter Altstadt öffnet bereits am 9. Mai

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Die neue Frankfurter Altstadt wird schneller zugänglich gemacht als bisher geplant. Auch der Termin für die Eröffnungsfeier steht.

Die neue Altstadt zwischen Dom und Römer wird jetzt noch schneller für alle zugänglich. Bereits am 9. Mai und nicht wie bisher geplant am 25. fallen die Bauzäune endgültig. Das gab der Geschäftsführer der städtischen Dom Römer-GmbH, Michael Guntersdorf, am Montagabend im Sonderausschuss Dom Römer bekannt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann soll am 9. Mai ein Band durchschneiden und damit das neue Quartier für die Öffentlichkeit freigeben. Mit einem „Massenandrang“ wird gerechnet. Den neuen Termin erklärte Guntersdorf mit dem Wunsch der neuen Bewohner, die 35 Häuser im Viertel rasch zu beziehen. Auch die Geschäftsleute wollten ihre Läden schnell eröffnen.
Derzeit ist bei den Gebäuden die offizielle Bauabnahme im Gange. Es gebe nur geringe Mängel. „Es ist alles ausgesprochen erfreulich“, so der städtische Manager.

Mit großer Mehrheit stimmten die Stadtverordneten am Abend für das Programm und die Kosten der offiziellen Eröffnungsfeier der Altstadt vom 28. bis 30. September. Es bleibt bei Ausgaben von 1,5 Millionen Euro für die Kommune. Das brachte die Linken dazu, die Feierlichkeiten abzulehnen. „Menschen müssen draußen unter freiem Himmel übernachten und da wird eine Show inszeniert, damit Firmen ihre Logos zeigen können“, sagte der wohnungspolitische Sprecher der Linken, Eyup Yilmaz. Die Altstadt bringe keineswegs Wohnungen für alle, sondern teures Eigentum. Das Geld sollte besser für erschwingliche Unterkünfte ausgegeben werden.

CDU, Sozialdemokraten, Grüne, FDP, Bürger für Frankfurt (BFF) und Frankfurter votierten für die dreitägige Eröffnungsfeier. Der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Thomas Feda, stellte das Programm den Stadtverordneten vor. Es handele sich um ein Event nicht nur für Frankfurt, sondern auch um ein Signal weit über die Stadt hinaus.
Bespielt werden der Römerberg und das nördliche Mainufer rund um den Eisernen Steg. Die Hauptbühne steht vor der Nikolaikirche, eine zweite unten am Fluss. Dort ist auch eine große „Abendinszenierung“ geplant, so Feda. Auf diese Show entfällt mit bis zu 350 000 Euro auch der größte Teil der Kosten.

Auf der Hauptbühne treten Jazzmusiker und Schauspieler auf. Römerberg und Mainufer sind der Ort für Stände, auch ein Ochsengrill darf nicht fehlen. Für das Programm sind 270 000 Euro veranschlagt. Die Logistik wie etwa Toiletten kostet 150 000 Euro. Die Bühnentechnik ist mit 180 000 Euro berechnet. Nicht näher erläuterte Sicherheitsmaßnahmen kosten 50 000 Euro.

Eine sechsstellige Summe will Feda von Sponsoren wie der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), der Mainova und der Lufthansa einsammeln. Die Fluggesellschaft darf ihre Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum ihres Firmensymbols, des Kranichs, zeigen. Im Dom gibt es Konzerte, im Stadthaus Vorträge und Diskussionen. Dabei soll auch die Geschichte der Altstadt einschließlich ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aufgearbeitet werden.Die FDP im Römer beantragte, Zeitzeugen der Bombenangriffe von 1944 zu Wort kommen zu lassen. Nach Fedas Worten ist dies im Rahmen einer Gedenkveranstaltung der Kirchen auf dem Römerberg geplant.

Ein Gedenkstein auf dem neu gestalteten Domplatz soll ab 2019 an die Opfer der Bombenangriffe erinnern – aber auch daran, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg begonnen hatte. Vor dem Haus „Goldene Waage“ am Dom könnte der Schöppenbrunnen rekonstruiert werden, der heute in der Fried-Lübbecke-Anlage hinter dem Römer steht.

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