+
Der Unterricht der Franckeschule erfolgt vorübergehende in Containern.

Frankfurt-Nord

Fehlende Kommunikation

  • schließen

Lehrer und der Ortsbeirat 9 kritisieren das Bildungsdezernat. Der Raumnotstand der Schulen war nur ein Thema.

Nach wie vor prekär ist die Situation an vielen städtischen Schulen. Fast überall fehlt es an Räumen, um die seit langem steigende Anzahl an Schülern adäquat unterzubringen. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Das geht auch aus dem Schulentwicklungsplan der Stadt hervor. Bis 2023 sollen deshalb acht neue Bildungseinrichtungen entstehen. Beschwerden von Schulvertretern gab es dennoch, als Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Donnerstag beim Ortsbeirat 9 zu Gast war. Der Raumnotstand war dabei nur ein Thema.

„Mit uns spricht niemand!“, empört sich Petra Sturm-Hübner. Nicht zum ersten Mal sucht die Leiterin der Ginnheimer Diesterwegschule den Ortsbeirat auf. Die stark sanierungsbedürftige Grundschule wartet schon lange darauf, dass die Stadt sich auf ein Gelände einigt, auf das der Schulbetrieb während den bereits beschlossenen Modernisierungsarbeiten ausgelagert werden kann (die FR berichtete). Informationen aus den zuständigen Dezernaten blieben aus.

Die Sache schien schon fast in trockenen Tüchern, als sich Baudezernent Jan Schneider (CDU) im April für das Areal Auf der Schloßhecke aussprach. Eine Lösung mit dem dortigen Ponyhof galt es damals noch zu erarbeiten. Über den aktuellen Stand wisse Sturm-Hübner nichts. Ob die Suche nach einem Standort gar eingestellt worden sei, wollte ihre Kollegin Elena Corzani wissen. Dass nun auch die derzeit von der Franckeschule genutzte Container-Anlage in der Ginnheimer Straße als Auslagerungsort im Gespräch sei, wie Elke von Busekist vom Baudezernat erklärt, davon habe die Schulleiterin nur zufällig erfahren.

Unabhängig von der Sachlage sieht Sturm-Hübner ein grundsätzliches Problem in der Kommunikation zwischen Schulen und zuständigen Ämter. „Die Schulgemeinschaft muss einbezogen werden, egal, ob Ergebnisse vorliegen oder nicht“.

Warum sich das Prüfungsverfahren hinauszögere, sei auch für Heinrich Heidenreich (CDU) nicht erkenntlich. Der Politiker empfinde es als „Frechheit gegenüber dem Ortsbeirat und den Schulen“, dass der Magistrat statt Antworten „nur leere Phrasen“ liefere. Ingrid Häußler (FDP) sieht auch die Fraktion der Grünen im Ortsbeirat in der Verantwortung. Diese hätten potenzielle Auslagerungsstandorte aus Umweltschutzgründen abgelehnt, so Häußler. Wendel-Jaromir Burkhardt von den Grünen wehrt sich: Auf Bundesumweltgesetze habe man keinen Einfluss.

Sylvia Weber könne die Ungeduld der Betroffenen verstehen. Konkrete Informationen wolle man erst dann an die Schulen weiterleiten, wenn finale Lösungen auf dem Tisch lägen. Prinzipiell sei sie für den Austausch offen. Auch der Sprecher des Baudezernenten, Günter Murr, wurde gegenüber der FR nicht konkret. Aus Kostengründen wolle man die mögliche Nutzung der Container-Anlage zunächst überprüfen. Der Abwägungsprozess zwischen den beiden Alternativen sei noch nicht abgeschlossen, so Murr.

Das könnte Sie auch interessieren