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Daniela Birkenfeld ist Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt.

Beförderungsdienst für Behinderte Frankfurt

Fahrdienst rund um die Uhr

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Stadträtin Daniela Birkenfeld (CDU) informiert im Sozialausschuss über den Beförderungsdienst für Behinderte in Frankfurt. Die Menschen sind mobiler geworden.

Im Vorfeld musste sich Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) viel Kritik gefallen lassen. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die Reform des Beförderungsdienstes für behinderte Menschen zu deutlichen Verbesserungen geführt hat: Wurden vor der Umstellung im November 2016 rund 53 500 Fahrten im Jahr gebucht, werden es zum Ende dieses Jahres geschätzte 75 000 Fahrten sein. Diese Steigerung um über 40 Prozent zeige, „dass die Menschen das neue System angenommen haben“, sagte Birkenfeld am Donnerstagabend im Sozialausschuss.

Während früher vier Fahrdienste mit 38 Fahrzeugen für die kostenlose Beförderung behinderter Menschen zur Verfügung standen, sind es nun, nach der Marktöffnung, 30 Anbieter mit 100 Fahrzeugen. Dadurch sei es möglich geworden, wie Stefan Ludley im Ausschuss erläuterte, Fahrten rund um die Uhr anzubieten. Allerdings werde von dieser Möglichkeit relativ wenig Gebrauch gemacht. So habe es zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens insgesamt lediglich 360 Fahrten gegeben. Was sich verdreifacht habe, seien die sogenannten Spontanfahrten, also nicht vorab geplante und vorbestellte Unternehmungen.

Für die von Ludley vorgestellte „Evaluation“ waren die Fahrdienste selbst und die 1750 Nutzerinnen und Nutzer befragt worden. Über die hohe Rücklaufquote bei den Fragebögen von 38 Prozent zeigte sich Birkenfeld besonders „erfreut“. Offenbar seien alle zufrieden mit dem neuen Service. Die Fahrdienste indes bemängelten, dass die Zusammenarbeit mit der Dispositions- und Dienstleistungszentrale (DDZ) noch verbessert werden könne. Die DDZ vermittelt die Fahrdienste, die aber von den Nutzerinnen und Nutzern auch direkt angerufen werden können.

Vertreter von CDU, SPD, der Grünen und der FDP dankten Birkenfeld für die Reform des Beförderungsdienstes. „Der Mut hat sich gelohnt“, urteilte der SPD-Stadtverordnete Roland Frischkorn. Der Service sei „bedürfnisorientierter“ geworden und ermögliche „eine wirkliche Teilhabe am Leben“. Die grüne Birgit Ross konnte sich noch gut „an die vielen Ängste“ der Vergangenheit erinnern. Verena David (CDU) nannte die Umstellung „einen großen Erfolg“. Die 360 Fahrten durch die Nacht – das sei „ein gutes Zeichen“. Birkenfeld selbst versprach, bei der DDZ nachzubessern. Hannes Heiler von der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft forderte, die DDZ wieder abzuschaffen, räumte aber ein, dass es insgesamt „Fortschritte“ gegeben habe.

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