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Als Radfahrerin allein zwischen Autos: Nicht so am autofreien Tag.

Verkehr in Frankfurt

Einen autofreien Tag im Bahnhofsviertel

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Der für das Frankfurter Bahnhofsviertel zuständige Ortsbeirat regt einen autofreien Tag für das Quartier im Sommer 2019 an. Er baut auf Synergieeffekte mit der Bahnhofsviertelnacht.

Das Bahnhofsviertel ohne Autos? Der Ortsbeirat 1 möchte es im Sommer 2019 ausprobieren. Mehrheitlich hat das Gremium den Magistrat in seiner Sitzung am Dienstag aufgefordert, das Gebiet zwischen Düsseldorfer Straße, Karlstraße, Mainzer Landstraße, Taunus- und Gallusanlage, Gutleutstraße, Baseler Straße und „Am Hauptbahnhof“ an einem Sonntag für Autos zu sperren – die genannten Straßen jeweils exklusive.

Katharina Schreiner von der FDP will bloß keine Grundsatzdebatte, als das Thema aufgerufen wird. Ein paar Fragen hat sie dann aber doch: Wieso ein Sonntag? Was ist das Ziel? „Es ist ein Anstoß, die Debatte nochmal aufzugreifen“, sagt Antragssteller Maximilian Klöckner von der Partei „Die Partei“.

Die Koalitionsparteien im Römer hatten 2016 vereinbart, dass es einen autolosen Sonntag geben soll. Immer wieder kam die Idee in städtischen Gremien zur Sprache. Ohne Ergebnisse. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte im September, dass noch keine Möglichkeit gefunden wurde, „mit vertretbarem Aufwand“ einen autofreien Sonntag auszurufen – wegen hoher Sicherheitsanforderungen. Er sprach davon, dass dieser „große Teile der Stadt“ umfassen soll.

Der Ortsbeirat schlägt jetzt eine Begrenzung auf das Bahnhofsviertel vor, weil hier die Zahl der zu sperrenden Straßeneinfahrten „sehr niedrig“ sei. Zudem gebe es bereits ein Sicherheitskonzept für die Bahnhofsviertelnacht, das übernommen werden könne. „Damit eignet sich das Viertel hervorragend, um zu testen, ob ein autofreier Sonntag in Frankfurt prinzipiell machbar ist“, heißt es im Antragstext.

Während der Debatte kommt eine weitere Idee auf: Könnten die Absperrungen der Bahnhofsviertelnacht nicht einfach stehen bleiben, um das Quartier unmittelbar danach zur autofreien Zone zu erklären?

CDU-Stadtteilpolitiker Michael Weber glaubt, dass sich so Geld sparen lässt. Seiner Ansicht nach ein wichtiges Aspekt, weil der autolose Tag bislang nicht finanzierbar sei. Andreas Laeuen von den Grünen widerspricht: Das Projekt stehe im Koalitionsvertrag, daher spiele das Argument der Kosten „keine Rolle“. Ohnehin findet er die Bahnhofsviertelnacht als Anlass „schwierig“. Schließlich soll der Autoverzicht den Anwohnerinnen und Anwohnern zu gute kommen. Und die würden dann ja ohnehin flüchten.

Trotzdem: Der Ortsbeirat fordert die Stadt zur Prüfung auf, ob Autoabstinenz und Bahnhofsviertelnacht „in Verbindung gebracht“ werden können. Nicht in den Beschluss schafft es dagegen Eyup Yilmaz (Linke) Anregung, gleich jeden Monat für einen Tag ohne Auto klar zu kommen.

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