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Eines Tages könnte die Endhaltestelle auf der anderen Seite "Ginnheim" heißen ...

Aus dem Römer

Diskussion um U-Bahn-Lücke zwischen Ginnheim und Bockenheim

Die Stadt wird den Lückenschluss im Schienennetz zwischen Ginnheim und Bockenheim prüfen und Chancen und Risiken des Projekt Ginnheimer Kurve abwägen. Der Beschluss bestätigt die Arbeit der Bürgerinitiative „Rettet die U5“, die im Spätherbst eine detaillierte Planung für diesen Abschnitt vorgelegt hatte

Von Jürgen Schultheis

Die Stadt wird den Lückenschluss im Schienennetz zwischen Ginnheim und Bockenheim prüfen und Chancen und Risiken des Projekt Ginnheimer Kurve abwägen. Das hat das Stadtparlament am Donnerstagabend einstimmig entschieden. Der Beschluss bestätigt die Arbeit der Bürgerinitiative „Rettet die U5“, die im Spätherbst eine detaillierte Planung für diesen Abschnitt vorgelegt hatte. Die Strecke verbindet weitgehend oberirdisch die beiden Stadtteile und verläuft von der Endhaltestelle der U1 in Ginnheim unter der Rosa-Luxemburg-Straße hindurch in Richtung Platenstraße und an der Bundesbank vorbei. Die Miquelallee unterquert die Strecke in einem Tunnel und mündet ebenfalls unterirdisch in die Endhaltestelle der U4 an der Bockenheimer Warte. Dort ist ein Tunnelstumpf für die Anbindung bereits vorhanden.

Der gemeinsame Antrag für die Prüfung, den CDU, Grüne und FDP vorgelegt haben, fordert den Magistrat auf, darüber hinaus ein städtebauliches Gesamtkonzept für die Platensiedlung zu erstellen und die Ergebnisse der Planungswerkstatt dabei zu berücksichtigen. Ferner sollen die Straßenbahnlinie 16 und verschiedene Bildungs-, Sozial- und Sporteinrichtungen entlang der Strecke gesichert werden. Der Grüneburgpark soll gesichert und das Nahverkehrsangebot für möglichst viele Menschen entlang der Strecke erhöht werden. Die Leistung der Bürgerinitiative, die auch Vorschläge zum Bau der umstrittenen Hochbahnsteige in der Eckenheimer Landstraße gemacht hatte, haben mehrere Redner am Donnerstagabend hervorgehoben. Das sei eine ganz hervorragende Idee, so FDP-Fraktionschefin Annette Rinn.

Vorwurf an Koalition, dass viele Projekte nicht realisiert würden

CDU, Grüne und SPD nutzten trotz der Einigkeit im Blick auf die Ginnheimer Kurve die Aussprache zu einer Debatte über Leistungen und Mängel der schwarz-grünen Verkehrspolitik der vergangenen Jahre. SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling warf der Koalition vor, viele Projekte, die im Koalitionsvertrag beschlossen worden seien, nicht realisiert zu haben. Das gelte für die EZB-Brücke, die Regionaltangente West, die Straßenbahnringlinie, die Verlängerung der U5 Richtung S-Bahnhalt Frankfurter Berg und den Tunnel auf der nordmainischen Seite, der den Verkehr auf dem Mainkai zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke aufnehmen soll.

CDU-Fraktionschef Helmut Heuser und die Grünen Stefan Majer und Angela Hanisch widersprachen. Für die EZB-Brücke gebe es Baurecht, das Projekt Regionaltangente sei schwierig, weil es gerade im Frankfurter Norden Diskussion über den Streckenverlauf gebe. Für die Verlängerung der U5 sei zunächst eine Systementscheidung zugunsten der Hochbahnsteige notwendig gewesen und für die Straßenbahnringlinie sei im Abschnitt Stresemannallee die Vorplanung abgeschlossen. Damit seien die Alleebäume gerettet und dem Abenteuerspielplatz eine Bestandsgarantie gegeben worden. „Es kann keine Rede sein, dass es einen politischen Stillstand gibt.“

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