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Viel Platz für englische Bücher: Peter Feldmann und Hilmar Hoffmann machen als Buchspender den Anfang.

English Theatre Bücherschrank

Bildung international

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Am English Theatre in der Gallusanlage wird der erste englische Bücherschrank in Frankfurt, Deutschland und gar Europa eröffnet. Es ist eine Luxus-Ausführung, in die einige Prominente der Stadt schon Bücher hineingestellt haben.

Das erste Buch ist von Hilmar Hoffmann: Nicht nur, dass der ehemalige Kulturdezernent als Erster einen Band in den neuen Bücherschrank stellt, das Buch hat er auch selbst geschrieben: „Triumph of Propaganda“ heißt es und handelt vom Film im Nationalsozialismus. Das zweite Buch, „Oliver Twist“ von Charles Dickens, hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mitgebracht.

Damit haben die beiden Politiker am Donnerstagvormittag den englischsprachigen Bücherschrank eröffnet – den ersten seiner Art in Frankfurt, Deutschland und gar Europa. Er steht dort, wo englische Literatur lebendig wird: vor dem English Theatre in der Gallusanlage. Dieses übernimmt nicht nur die Patenschaft für den Kasten, es ist auch der Ort seiner geistigen Geburt. Denn die Idee dazu hatte Theaterintendant Daniel Nicolai vor zwei Jahren. Zunächst hatte er versucht, Sponsoren für das Projekt zu finden, doch das Unternehmen scheiterte. Schließlich wandte er sich Ende August 2013 an den Ortsbeirat 1, der den Bücherschrank aus eigenen Mitteln realisierte.

Für 10.000 Euro wurde die Luxus-Ausführung des Schranks aufgestellt: Mit golden glänzendem Messing und mit besonders viel Platz. Etwa 500 Bücher sollen auf die fünf Glasregale passen. Wie andere auch stammt der Schrank von der Firma Bokx des Architekten Hans-Jürgen Greve.
Der englische Bücherschrank ist der erste im Bahnhofsviertel und der 28. in Frankfurt. Der erste der Stadt wurde vor vier Jahren, im November 2009, auf dem Merianplatz aufgestellt. Der allererste steht seit 2003 in Bonn. Seitdem gibt es davon 140 in Deutschland. Einen hat Greve sogar nach Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, gebracht. Anfragen gibt es bereits aus den Niederlanden und der Schweiz.

Oliver Twist von Frankfurts OB

Für das Exemplar vor dem English Theatre haben einige Prominente ihre Lieblingsbücher beigetragen: Shakespeares „Macbeth“ von der hessischen Bildungsministerin Nicola Beer (FDP) – ihr „Lieblingsbuch aus der Schulzeit“. Oscar Wildes „Dorian Gray“ von der Moderatorin Sonya Kraus – „der Beginn einer großen Liebe zur englischen Sprache“. Intendant Nicolai hat die Biografie des Mathematikers Alan Turing mitgebracht, von dem auch das im vergangenen Jahr aufgeführte Stück „Breaking the Code“ handelte. Damals sei die Biografie seine „Bibel“ gewesen. Für Nicolai soll der Schrank der Internationalität der Stadt Rechnung tragen. Peter Feldmann hat Oliver Twist beigetragen, weil es soziale Missstände anprangere. „Bücherschränke sind ein wichtiges Mittel zur Bildung“, sagte er.

Friedrich und Sylvia Metzler haben den Faust hineingestellt. Nicht den von Marlowe, sondern den von Goethe. Immerhin in der englischen Übersetzung.

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