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Laut wird im Europatunnel, wenn die Autofahrer Gas geben.

Gallus

Ampel bleibt an

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Vor allem nachts ist im Europaviertel wenig los. Die FDP im Ortsbeirat 1 fordert daher, die Fußgängerampeln als Bedarfsampeln einzurichten. Dieser Vorstoß stößt im Gremium auf wenig Gegenliebe.

Sollen Autofahrer in den Nachtstunden auf der Europa-Allee freie Fahrt bekommen? Diese Frage beschäftigt den Ortsbeirat 1. Die FDP-Fraktion hatte gefordert, alle Fußgängerampeln auf der Straße nachts als Bedarfsampeln einzurichten, die nur dann für die Autofahrer anspringen, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren will. Im Stadtteilgremium stieß der Vorschlag jedoch auf wenig Gegenliebe – und wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Eine Bedarfsampel wechselt nicht nach einem eingestellten Rhythmus die Farbe, sondern zeigt den Fußgängern Dauerrot an. Für den Autoverkehr ist sie abgeschaltet. Erst wenn ein Fußgänger auf den Knopf drückt, springt die Ampel für die Autos auf Grün und dann auf Rot. Dann erst bekommt der Passant grünes Licht.

Die Freien Demokraten hatten ihren Vorstoß damit begründet, dass die Europa-Allee nachts wenig befahren sei. Obwohl im Europaviertel zu später Stunde kaum etwas los sei, müssten Autofahrer trotzdem häufig an roten Ampeln halten. Beim anschließenden Anfahren komme es zu einer vermeidbaren Lärmbelästigung und zum Schadstoffausstoß.

Doch ist ein anfahrendes Auto wirklich lauter als einer, der mit 50 – oder mehr – Stundenkilometern durch die Stadt düst? Viele Ortsbeiratsmitglieder hatten daran so ihre Zweifel. Zumal sich die Klagen über nächtliche Raser und illegale Autorennen auf der Europa-Allee häufen. Vor allem im Tunnel unter dem Europagarten hallt es ordentlich, wenn die Autofahrer aufs Gaspedal drücken.

Die Idee der Liberalen sei daher „nicht ganz schlüssig“, bemängelt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Weber. Seien die Ampeln ausgeschaltet, werde dort „keiner mehr 50 fahren“. Würde der Vorschlag der FDP umgesetzt, müsse man als flankierende Maßnahme zusätzliche Blitzer aufstellen, so Weber, „sonst sehe ich da nachts Hochgeschwindigkeitsrennen“. Er glaube, dass Autos selbst bei einer grünen Ampel vorsichtiger fahren würden, „als wenn da gar keine Ampel ist“. Andreas Laeuen, Fraktionschef der Grünen, stimmt ihm zu. Dass die Ampeln die Geschwindigkeit mitregulieren sei doch „ein angenehmer Nebeneffekt. Das wollen wir doch beibehalten und nicht abschaffen“. Die Geschwindigkeit zu regulieren sei „nicht die Funktion von Ampeln“, erwidert der FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Korte. Überzeugen kann er damit aber nur die wenigsten. Am Ende stimmten lediglich die beiden FDP-Politiker sowie Andreas Eberbach von den Bürgern für Frankfurt für den Vorschlag.

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