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Auf dem Podium: Michael Boddenberg, Daniel May, Moderator Sascha Zoske, Tanja Brühl, Jan Schalauske und Jörg-Uwe Hahn (v. l. n. r.).

Campus Westend der Goethe-Uni Frankfurt

Alles eine Kostenfrage

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Zum Abschluss einer Debattenreihe geht es auf dem Campus Westend der Goethe-Uni Frankfurt um studentischen Wohnraum, wissenschaftliche Weiterbildungsmaßnahmen und die digitale Infrastruktur.

Gemeinsames Nicken auf der Bühne. Um die Wohnraumproblematik in den Ballungszentren zu mindern, müssten die freien Flächen in den Großstädten bald bebaut werden. Dies ist eine Momentaufnahme der Podiumsdiskussion, zu der am Freitag die Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) und der Zusammenschluss der Hochschulen Angewandter Wissenschaft (HAW) auf den Campus Westend der Goethe-Uni eingeladen haben. Zum Abschluss der fünfteiligen Debattenreihe ging es neben studentischem Wohnraum in den Universitätsstädten unter anderem um wissenschaftliche Weiterbildungsmaßnahmen, die digitale Infrastruktur an Hochschulen und die geringe Repräsentanz von Frauen in der Wissenschaft. Alles im Rahmen der kommenden Landtagswahl am 28. Oktober.

Das eine generelle Entspannung des Wohnungsmarkts sich auch positiv auf den verfügbaren studentischen Wohnraum auswirkt, darüber sind sich alle Anwesenden einig. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist groß, die durchschnittliche Geldbörse der Studierenden klein.

Neben der öffentlichen Hand mit den Studentenwerken, die sich hauptsächlich um den Bau von Wohnheimen kümmern, müsse auch der private Wohnungsbau in diesem Bereich gestärkt werden, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Boddenberg. Für Jörg-Uwe Hahn (FDP) geht es um „Grundstücke, Grundstücke, Grundstücke“. Preiswertes Bauen sei in der Rhein-Main-Region unmöglich. Der Markt müsse den Wettbewerb regeln, sagt Hahn, staatliche Vorgaben im Wohnungsbau lehnt er ab.

Luxuswohnungen  für viele Studenten nicht bezahlbar

Die Luxuswohnungen der Privatinvestoren könnten sich viele Studierende jedoch nicht leisten, erwidert Linken-Abgeordneter Jan Schalauske. Die soziale Dimension müsse mehr wahrgenommen werden. 250 Euro pro Monat bekommen Bafög-Bezieher als Wohnungspauschale. Tanja Brühl, parteilos, sagt, sie beglückwünsche jeden, der dafür eine Wohnung in Frankfurt fände. Als Mitglied des SPD-Regierungsteams fordert sie eine elternunabhängige Förderung.

Ein weiterer Kernpunkt der hessischen Hochschulpolitik ist die Betreuungsrelation an den Bildungseinrichtungen. Im bundesweiten Vergleich rangiert das Land in dieser Kategorie auf dem vorletzten Platz, wie eine Studie des Statistischen Bundesamts von 2016 zeigt. In Hessen liegt das Verhältnis bei 77 Studierenden pro Professor.

In Zusammenarbeit mit den KHU fordert die HAW die Erhöhung des Hochschulbudgets  für fünf Jahre um jährlich fünf Prozent ab 2021. Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), der am Freitag den Impuls für die Podiumsdiskussion gab, konnte sich  derweil auf drei Prozent einlassen. Er sagte jedoch, er sei gesprächsbereit.

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