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Christian Lindner (Bildmitte) auf dem Frankfurter Römerberg. Foto: Renate Hoyer.
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Christian Lindner (Bildmitte) auf dem Frankfurter Römerberg.

Bundestagswahl

Christian Lindner in Frankfurt: „Es darf keinen Lockdown geben“

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Bundestagswahl steht kurz bevor, der Wahlkampf geht in die heiße Phase. FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner spricht vor dem Römer in Frankfurt über Freiheit – und über seine Oma.

Frankfurt – Stell dir vor, du hast gerade geheiratet, verlässt das Trauzimmer, kommst auf den Römerberg – und dann gratuliert dir der Bundesvorsitzende der FDP über Mikrofon und viele Hundert Menschen jubeln. Da wunderst du dich. Und dann ruft er dir noch zu: „Heiraten ist die einzige Freiheitseinschränkung, für die man von Liberalen den Segen bekommt.“ Dann fragst du dich vermutlich, ob der Mann in dem weißen Hemd (ohne Jackett, versteht sich) wirklich erst 42 Jahre alt ist und ob du eigentlich gerade in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gelandet bist.

Doch abgesehen von diesem Spruch ist Lindner bei seiner Wahlkampfrede nicht nach Altherrenwitzen zumute. Genau genommen ist ihm gar nicht nach Scherzen zumute. Denn die Lage ist ernst, wie er betont. Der Virologe Christian Drosten spreche schon wieder öffentlich von einem Lockdown, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sowieso und deshalb ist Christian Lindner sicher: „Wir werden vorbereitet auf neue Freiheitseinschränkungen.“ Das sei fatal, denn: „Es darf keinen Lockdown geben.“

FDP-Parteichef in Frankfurt: Christian Lindner appelliert zur Impfung

Kein Lockdown mehr. Christian Lindner wiederholt das, mal laut, mal leiser. Mal spricht er von Einschränkungen, die sich für Geimpfte und Genesene seiner Meinung nach ohnehin verbieten, aber auch Getestete müssten im Herbst am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Mal spricht er über Studierende, denen es im Lockdown schlecht gegangen sei, mal über die Gastronomie, die keine weiteren Schließungen überstehen würde. Und einmal bemüht er sogar seine 96 Jahre alte Oma, die geimpft sei, weshalb für sie kein „unverantwortbares Risiko“ bestehe und auch kein solches von ihr ausgehe. Auch deshalb plane sie gerade ihren nächsten Urlaub.

Ob Oma Lindner ihren Enkel wählt, sagt der Parteichef nicht, es spielt aber auch keine große Rolle. Die FDP liegt in den Umfragen irgendwo zwischen zehn und fünfzehn Prozent und wird deshalb sicher in den Bundestag einziehen. Und das, so vermittelt es Lindner zumindest, liege vor allem an dieser einen Botschaft: „Es darf keinen Lockdown geben.“

Fast schon flehentlich wendet sich Lindner an die Frankfurterinnen und Frankfurter: „Lassen Sie sich impfen“, ruft er. Und dann, zwei Sätze später, als ob ihm einfiele, dass auch die Stimmen der Impfgegner:innen zählen, sagt Lindner, die Menschen sollten sich zumindest ernsthaft mit dem Thema Impfen beschäftigen. Und, nein, dafür reiche es nicht aus, einen Facebook-Post zu lesen.

Christian Lindner in Frankfurt: „Es darf keinen Lockdown geben“

Wie auch immer: Eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe nicht mehr, findet Lindner, weil ja die Generation seiner Oma weitgehend geimpft sei. Und deshalb: „Es darf keinen Lockdown geben.“

Später dann spricht Lindner noch über die Wirtschaft. Die müsse stark sein, sonst seien „soziale und ökologische Träumereien“ (die Rede ist offenbar von Klimaschutz) nicht drin. Aber da ist er längst nicht so energisch wie beim Thema Corona. Und auch das Brautpaar hört nicht mehr zu, sondern ist bereits zu Partyspielen übergegangen. (Georg Leppert)

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