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Auf dem Römer-Balkon wurde es eng.

1. FFC Frankfurt

Heisere Heldinnen

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Rund Tausend Fans bejubeln die Champions-League-Gewinnerinnen des 1. FFC Frankfurt. Obwohl die siegreichen Fußball-Damen, die mit dem Bus direkt aus Berlin kamen, fast eine Stunde auf sich warten lassen, sind die Fans bester Laune.

"Die Fußballwelt heute spricht nicht von Bayern München – sie spricht vom 1. FFC Frankfurt“, ruft der Moderator vom Balkon des Frankfurter Römers den wartenden Fans zu. Rund Tausend sind gekommen, um die frisch gekürten Champions-League-Gewinnerinnen gebührend in ihrer Heimatstadt in Empfang zu nehmen. Jubelnd und mit Trommelwirbel stimmen sie den Worten des Moderators zu.

Lange vor 18 Uhr hatten sich die Unterstützer mit blau-weißen Hüten, Schals und Fahnen auf dem Römerberg versammelt. Obwohl die siegreichen Fußball-Damen, die mit dem Bus direkt aus Berlin kamen, fast eine Stunde auf sich warten lassen, sind die Fans bester Laune. In den Strahlen der Abendsonne haben sie es sich mit Eiscreme, Sekt und Apfelschorle gemütlich gemacht.

„Ich wünsche mir eine geile Feier und will den Pokal sehen“, sagt Felicia. Die 14-Jährige trägt ein Trikot mit der Nummer 15 und dem Namen ihrer Lieblingsspielerin Svenja Huth. Felicia ist nicht nur Fußballfan, sondern spielt auch selbst und ist im Sommer schon zum zweiten Mal für die 1. FFC-Fußballschule angemeldet. Ihr Vater Stefan Koch, mit dem sie das Finale am Abend zuvor gesehen hat und der jetzt auf dem Römerberg neben ist steht, kann Frauenfußballs ebenfalls einiges abgewinnen. „Der Zusammenhalt im Stadion ist einfach größer“, sagt er. „Außerdem ist das doch attraktiver Fußball“, sagt er. Tochter Felicia gefällt eines an den weiblichen Spielern besonders gut: „Die jammern nicht so viel wie Männer.“

Gegen 19 Uhr ist es dann endlich so weit: Singend und tanzend ziehen die Fußballs-Ladies des 1. FFC Frankfurt in den Kaisersaal ein, nur um direkt den Römer-Balkon zu stürmen. Unter dem Jubeln und Trommeln ihrer Fans mobilisieren die euphorischen, aber auch sichtlich erschöpften Champions-League-Gewinnerinnen noch mal all ihre Kraftreserven für den Gaucho-Tanz. Die vorige Nacht sei kurz gewesen, bestätigt Trainer Colin Bell. Das sieht man nicht nur Saskia Bartusiak und Simone Laudehr an, die auf dem Balkon zwischen Europaflagge und der Fahne der Stadt Frankfurt den Ton angeben. Fast eine halbe Stunde feiern die Fans auf dem Römerberg ihre Heldinnen.

Stimme versagt

„Zu viel gesungen, zu viel getanzt“, gibt auch Matchwinnerin Mandy Islacker zu. „Aber so etwas erlebt man ja auch nicht so oft.“ Die Stimme der Mannschaftsführerin Kerstin Garefrekes ist sogar so heiser, dass sie nach einer kurzen Danksagung an die Fans gänzlich versagt.

Nach dem Singen und Tanzen auf den Balkon, geht es wieder ins Rathaus. Begleitet von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Sport- und Innenminister Peter Beuth tragen sich die Fußballfrauen ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. Die Politiker hatten den 1. FFC in Berlin übrigens beim Finale unterstützt. Feldmann ist sichtlich stolz, dass die „beste Mannschaft Europas“ aus seiner Stadt kommt. Der Verein habe immerhin nun eine „einzigartige Titelsammlung im deutschen Frauenfußballs“.

Während der 1. FFC Frankfurt sich im Rathaus feiern lässt, jubeln die Fans vor dem Römer weiter. „Wir sind stolz auf unser Team – halleluja“, rufen sie laut. Auch Felicia Koch und ihr Vater sind begeistert, besonders als endlich der Pokal auf den Balkon gebracht wird.

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